Unfallursachen nahe Lüderitz: Raserei und Missachtung der Verkehrsregeln

Entschärfung der "Horror-Kreuzung"

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Die Lüderitzer Kreuzung soll „entschärft“ werden. Eine endgültige Lösung gibt es wohl erst mit dem Bau der A 14.

Lüderitz / Magdeburg. Warnschilder haben nichts gebracht. Geschwindigkeitskontrollen ebenso wenig. Die Kreuzung am Ortsausgang Lüderitz blieb kreuzgefährlich und forderte in den vergangenen Jahren bei Unfällen mehrere Menschenleben.

Nun soll durch kleinere bauliche Veränderungen der Verkehrsfluss gesteuert, das heißt gebremst werden, indem die Rechtsabbiegespuren dichtgemacht werden. Eine endgültige Lösung wird es wohl erst mit dem Bau der A 14-Abfahrt in diesem Bereich geben.

Die jetzige Variante ist als Zwischenlösung gedacht. „Die ermittelten Verkehrszahlen lassen erwarten, dass sich dadurch die gefahrenen Geschwindigkeiten auf der B 189 minimieren“, so Uwe Langkammer, Präsident der Landesstraßenbaubehörde (LSBB). Erfahrungen an der Kreuzung B 107 / B 188 bei Fischbeck hätten gezeigt, „dass einfache übersichtliche Lösungen am besten verstanden werden“, meint er.

Die Variante sei in den Beratungen der Kreisunfallkommission Stendal entwickelt worden. Neben den ständigen Vertretern der LSBB, des Straßenverkehrsamtes und der Polizei seien auch Vertreter des Landesverwaltungsamtes und der Landesverkehrswacht an den Beratungen beteiligt gewesen. Dabei wurden mehrere Alternativen zur Beseitigung der Unfallhäufungsstelle betrachtet. Es gebe jedoch Zwänge, so Langkammer, die die sofortige Umsetzung einer endgültigen Lösung behindern würden. Eine stationäre Geschwindigkeitsüberwachung sei genauso schwierig umzusetzen wie die Errichtung eines Kreisverkehres.

Hauptursache für die schweren Crashs an dieser Stelle sei vielfach überhöhte Geschwindigkeit von auf der Bundesstraße Fahrenden und die Missachtung der Vorfahrt durch die von der Landesstraße Kommenden. Verkehrszählungen und -messungen hätten ergeben, dass etwa 70 Prozent aller Fahrzeuge die im Kreuzungsbereich die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h nicht einhalten. Rund die Hälfte fahre schneller als 70 km/h und immerhin 20 Prozent schneller als 80 km/h. Spitzenreiter im Monat März sei beispielsweise ein Fahrzeug mit 165 km/h.

Die Lüderitzer „Horror-Kreuzung“ wird nun also entschärft. Vorerst allerdings nur provisorisch. Am Donnerstag beginnen die Arbeiten, teilt die LSBB auf AZ-Nachfrage mit. Als Übergangslösung werden die Rechtsabbiegespuren auf der B 189 durch Baken gesperrt. Dies bedeutet, dass sich die Verkehrsteilnehmer die Geradeausspuren mit den Rechtsabbiegern teilen müssen. Es werde zu kleinen Einschränkungen kommen. Eine Vollsperrung sei nicht vorgesehen, so die Information der Behörde. Die Fahrzeugführer werden um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten. Diese Übergangslösung werde ständig durch alle Verantwortlichen (Polizei, LSBB, Straßenverkehrsamt) kontrolliert und beobachtet.

Von Christian Wohl

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