In fünf Tagen müssen die Vorverträge für Breitband in der Einheitsgemeinde Tangerhütte stehen

Endspurt um das schnelle Netz

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Neue Kabel können den Internet-Empfang verbessern.

Tangerhütte. Noch fünf Tage sind Zeit, dann wird ausgezählt: Die Einheitsgemeinde Tangerhütte könnte Zugang zu schnellem Internet bekommen – was noch fehlt, ist der Wille der Tangerhütter.

60 Prozent der Bewohner in der Kommune müssen dazu Vorverträge abgeben, um dem Zweckverband Breitband Altmark (ZBA) so zu zeigen, dass sich der Ausbau der Region mit den entsprechenden Kabeln auch lohnen würde. Bürgermeister Andreas Brohm steht unter Strom. Er weist ein ums andere Mal auf die Vorteile von schnellem Internet hin – für Privatpersonen, die Wirtschaft, den Immobilienwert, kurz: die Zukunft. Und noch fehlen etwa 800 der benötigten Vorverträge.

„Mit diesem Projekt wollen und werden wir in allen Ortsteilen unserer Gemeinde die gleichen zukunftsfähigen Lebens- und Arbeitsverhältnisse wie in Berlin, Hamburg oder München schaffen“, wirbt er. Die Argumentation, die dahinter steckt: Tangerhütte ist vergleichsweise strukturschwach und überaltert, mit schlechtem Anschluss an große Verkehrsadern und damit schlechter Versorgung mit Unternehmen oder beispielsweise Ärzten. Zumindest einige dieser Nachteile ließen sich wettmachen durch eine gute Versorgung mit Internet. So könnte die Region attraktiver werden für junge Menschen, die im „Homeoffice“ arbeiten, sie würden auch höhere Preise für eine mit gutem Internet versorgte Immobilie zahlen, und medienabhängige Firmen könnten sich ansiedeln. Also: Ein wichtiger Standortvorteil.

Der Bürgermeister zählt auf, was künftig die zwingenden Erschließungs-Komponenten eines Hauses sind: Wasser, Strom – soweit wie gehabt. Und: Breitband.

Brohm wirbt also, Ortsbürgermeister tingeln von Tür zu Tür, Unternehmer versuchen ihre Nachbarn zu überzeugen. Fünf Tage noch für das „Ja“ zum Internet. Und 800 dieser Stimmen fehlen noch. Bis zum kommenden Montag, 6. Juni, 24 Uhr, müssen sie beisammen sein. Mini-Ortschaften wie Jerchel, Uetz oder Schelldorf haben schon weit mehr als die 60 Prozent der Bürger zusammenbekommen. Hinterher hinken Lüderitz oder Tangerhütte. Der Kernort der Einheitsgemeinde hat bereits laufendes Internet. Der Unterschied zu dem, was der ZBA liefern könnte, sei aber immens, verspricht der Bürgermeister. Mehr als einen halben Tag müsse man im Kernort Tangerhütte warten, bis sich ein Film aus dem Internet aufgebaut hat und schauen lässt, erklärte neulich CDU-Stadtrat Marcus Graubner. Mit dem, was der ZBA verspricht, liefe er sofort.

Wer die Unterlagen der Werber nicht mehr hat, kann sich an seinen Ortsbürgermeister wenden oder an die Verwaltung der Stadt: Telefon (03935) 931 70.

Von Kai Hasse

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