Bieterverfahren für Polizeistation gestern beendet

Ehemaligen Polizeistation in Tangerhütte und die Angst vor den Spekulanten

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Die Rückansicht der ehemaligen Polizeistation: Die Lebenshilfe Tangerhütte ist interessiert an dem Gebäude und Gelände. Jedoch ist das Mindestgebot von 80.000 Euro für sie zu hoch.

Tangerhütte. „Polizeistation zu verkaufen“ – gestern endete das öffentliche Bieterverfahren.

„Wir werden in der nächsten Woche erfahren, ob ein Zuschlag erteilt wurde“, sagte Viola Nowothnick vom Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt in Halle auf Nachfrage der AZ.

„Natürlich sind wir noch interessiert“, betonte Heidemarie Behrends, die ehemalige Geschäftsführerin der Lebenshilfe in der Tangerstadt, noch im November 2015. Ein Konzept, aus der ehemaligen Polizeistation ein Mehrgenerationenhaus mit Möglichkeit zum Wohnen an der Bismarckstraße in Tangerhütte zu machen, stand schon damals. Und es ist auch heute noch aktuell.

Nur zog sich das Verfahren in die Länge. Das Gelände sei „wunderbar“, bestätigt auch Martin Schreiber, der mit Jahresbeginn die Geschäftsführung der Lebenshilfe übernahm, den Kaufwunsch. Nur sei ein Mindestgebot von 80 000 Euro bei dem Zustand des Gebäudes – Lebenshilfevorstand, Einheitsgemeindebürgermeister Andreas Brohm (selbst im Vorstand) und ein Architekt sahen sich um – viel zu hoch. Der Vorstand habe entschieden, erst einmal abzuwarten und nicht mitzubieten. Schreiber hofft allerdings, dass Spekulanten ob des regen Interesses an dem Objekt den Preis nicht in die Höhe treiben. Auch ihm ist bewusst, dass das Land „Interesse daran hat, Geld zu machen“, ohne die lokalen Verbindungen im Blick zu haben.

Es gebe noch andere Gebäude in Tangerhütte, die für das Konzept geeignet wären. Die Lebenshilfe setzt dabei auf Leader-Förderung. Eine Finanzhilfe aus dem Programm gebe es aber nur, wenn Bestehendes erhalten und lediglich umfunktioniert wird.

Von Alexander Postolache

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