Forstzentrum warnt vor dem Betreten des Waldes / Höchste Gefahrenstufe am Montag erwartet

Brandstiftung oder Zufall?

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Donnerstag am späten Nachmittag brannten in der Gemarkung Bölsdorf rund drei Hektar Waldfläche. Die Feuerwehren aus Tangermünde, Miltern, Buch, Weißewarte, Bölsdorf und Tangerhütte waren im Einsatz. Es war der vierte Waldbrand innerhalb von eine Woche.

Tangerhütte. Die vier Waldbrände zwischen Cobbel und Birkholz, in Weißewarte, in einem Waldstück der Gemarkung Bölsdorf und beim Gleisabschnitt „Bude 33“ gab es innerhalb der letzten sechs Tage.

Und zwar an Stellen und zu Zeiten, die eine Selbstentzündung oder Funkenflug eigentlich kaum zulassen. Dem Tangerhütter Wehrleiter Heiko Steinig-Pinnecke und seinem Stellvertreter Patrick Kühn kommt das seltsam vor.

Donnerstagnacht brannte es gegen 23 Uhr beim Gleisabschnitt „Bude 33“ in der Nähe von Bellingen. Bis zum nächsten Morgen 3 Uhr mussten die Brandschützer aus fünf Ortschaften drei Brandherde bekämpfen. „Bei einem Funkenflug von einer Zugbremsung hätte die Böschung an den Bahngleisen zu brennen begonnen. Der Brand begann aber erst zirka 30 Meter dahinter. Für Funken ist das eigentlich zu weit“, erklärte Kühn.

Dem Brand in der Gemarkung Bölsdorf am Donnerstanachmittag fielen gut drei Hektar Wald zum Opfer. Er entstand in der Nähe des Deiches. „Vor zwei Jahren stand dort überall das Wasser“, erinnerte sich Steinig-Pinnecke.

Am letzten Mittwoch wurden die Brandschützer um kurz nach 5 Uhr morgens zu einem Einsatz im Weißewarter Wald gerufen. Zu einer Zeit, wo die Sonne noch nicht kräftig scheint und rund 150 Meter im Wald, beginnt es einfach zu brennen? Zum Brand im Waldstück zwischen Cobbel und Birkholz am vergangenen Samstag mussten die Feuerwehren innerhalb der Woche sogar dreimal ausrücken, denn die dicke Humusschicht ist wie Torf. Der Brand schwelte unterirdisch weiter und die Flammen flackerten immer wieder auf. Sind diese Brände aufgrund der Trockenheit Zufall oder war es Brandstiftung?

Stendals Polizeisprecher Marco Neiß liegen bis jetzt keine genauen Erkenntnisse zu den Brandursachen vor. „Wir können aber auch nichts ausschließen“, sagt er.

Bis auf eine Tiefe von zirka 30 bis 40 Zentimeter ist das Erdreich im Wald schon ausgetrocknet. Stefan Kaiser vom Betreuungsforstamt Nordöstliche Altmark warnt ausdrücklich davor, den Wald zu betreten oder mit dem Auto zu befahren. „Es ist zu gefährlich und der heiße Auspuff reicht schon aus, damit es anfängt zu brennen“, erklärt der Fachmann. Seit dem 5. Juni steht die Waldbrandgefahrenstufe auf 4. Im Moment sind zwei Revierförster pro Landkreis und alle Feuerwehren in Alarmbereitschaft. Sollte am Wochenende nur wenig Regen fallen, wird die Waldbrandstufe am Montag auf die höchste Stufe, die 5, gesetzt.

Von Maren Maatz

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