Neuer Investor plant auf dem Gelände, die Sonnenstrahlen in Energie umzuwandeln

Alte Holzindustrie wird Solarpark

+
Auf dem brachliegenden Gelände der alten Holzindustrie in der Waldstraße in Tangerhütte sollen in absehbarer Zeit Solarmodule die Sonnenstrahlen einfangen, um diese in erneuerbare Energie umzuwandeln und sauberen Strom zu produzieren.

Tangerhütte. Zerfallene Gebäude und Müll, der überall herumliegt. So sieht es im Moment auf dem 9,65 Hektar großen Areal der ehemaligen Holzindustrie in der Waldstraße aus.

Der Ortschaftsrat Tangerhütte beriet sich vorgestern über die Umnutzung des brachliegenden Geländes in eine Fotovoltaikanlage.

Schon vor knapp drei Jahren hatte ein Investor versucht, die Stadtvertreter von der Errichtung einer Solaranlage auf dem Gelände der Holzindustrie zu überzeugen, sprang dann aber nach kurzer Zeit wieder ab. Laut Bauamtsleiter Erich Gruber hat der neue Investor Enrico Wöhlbier aus Gardelegen das Gelände schon gekauft. Jetzt hat er allerdings noch einige bürokratische Hürden zu meistern, bevor der Bau überhaupt beginnen kann.

Die alles überragenden Schornsteine, auf denen Funkmasten installiert sind, müssen auf dem Gelände verbleiben, darin waren sich die Ortschaftsräte einig. Derzeit übernimmt die Stadt Tangerhütte noch die Sicherungspflicht auf dem Gelände. „Das fällt dann bald weg. Da kommt ein Zaun drum und wir haben ein Problem weniger“, erklärte Gruber.

Die Sanierung und die Entsorgung der Altlasten, sprich der sich darauf befindlichen, zerfallenen Gebäude und des Mülls, müsse der neue Eigentümer übernehmen, dies gehe nicht zulasten der klammen Stadtkasse.

Auch die Erarbeitung eines Bebauungsplanes und alle damit verbundenen Kosten muss Enrico Wöhlbier als Vorhabenträger übernehmen.

Des Weiteren seien die Parteien übereingekommen, dass der Sitz der Firma auch in Tangerhütte bleiben solle, sodass die Stadt in vollem Umfang auch von den Gewerbesteuereinnahmen profitiere. Damit dies allerdings in absehbarer Zeit realisiert werden kann, müssen noch viele Formalitäten erfüllt werden. Wöhlbier hat durch das Ingenieurbüro Bresch und Partner eine zeitlich befristete Änderung des Flächennutzungsplanes der Ortschaft Tangerhütte beantragt. Dies ist notwendig, um ein deklariertes Gewerbegebiet in ein Sondergebiet für eine Fotovoltaikanlage zur Gewinnung erneuerbarer Energien umzuwandeln. Die zeitliche Befristung belaufe sich damit auf 30 Jahre in Anlehnung auf die Haltbarkeit der Solarmodule. Zu diesem Vorhaben soll auch parallel die zeitlich befristete Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für die geplante Anlage in der Waldstraße erstellt werden. Diesen beiden Anträgen stimmten die Ortschaftsräte nach den Informationen durch den Bauamtsleiter einstimmig zu. Die beiden Anträge müssen nun noch den Bauausschuss am 7. Oktober, den Hauptausschuss am 14. Oktober und den Stadtrat am 4. November durchlaufen.

Von Maren Maatz

Kommentare