Initiative des Jobcenters soll Chancen von jungen Müttern auf dem Arbeitsmarkt verbessern

„Alleinerziehende haben schlechte Karten“

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Die 27-jährige Mandy Krüger erhielt von Silke Wiebach ein Hairstyling. Anschließend wurde von der jungen Mutter ein Bewerbungsfoto gemacht, um die Bewerbungsmappe aufzupeppen, damit zukünftige Arbeitgeber auf sie aufmerksam werden.

Tangerhütte. Die 27-jährige Mandy Krüger aus Tangerhütte, ließ sich von Silke Wiebach die Haare machen, bevor ein professionelles Bewerbungsfoto für ihre Mappe vom Fotografen angefertigt wurde.

„Es ist sehr schwierig einen Job zu finden, da ich vorher in der Restaurantbranche war. Das ist meine Berufung“, sagte die junge Mutter einer dreijährigen Tochter. Doch ohne Unterstützung der Eltern und bei Betreuungszeiten der öffentlichen Einrichtungen in Tangerhütte und Umgebung nur bis 17 Uhr ist an ein Arbeiten im Gastgewerbe nicht mehr wirklich zu denken. Die Arbeitszeiten dort sind doch eher kinder- beziehungsweise betreuungsunfreundlich. Die Möglichkeit eines ehrenamtlichen Familienpaten käme für Mandy Krüger in Frage. Er würde bei der Betreuung, bei Behördengängen und bei Problemen Hilfestellung geben. „Die Paten werden ausgebildet und sind bei uns abgesichert, falls mal was sein sollte“, sagte Marlies Klöpper vom Verein Kinderstärken.

Sylvana Rau, Leiterin von Pro Familia in Stendal beriet über die Möglichkeit, dass einkommensschwache Familien bei der Landesstiftung „Familien in Not – Sachsen-Anhalt“ Magdeburg für die Jugendweihe- oder Einschulungsbekleidung ihrer Sprösslinge, Geld beantragen können.

Und wenn plötzlich die Waschmaschine kaputt ginge, können Betroffene über Pro Familia einen Antrag auf Unterstützung stellen. „Das Bundesstiftungsgeld wird während der Schwangerschaft gewährt, das wussten eigentlich alle. Es hat uns aber sehr erschrocken, dass die meisten von ihnen nicht wussten, dass es von der Landesstiftung auch finanzielle Hilfe in Notsituationen gibt“, erklärte Rau.

Alleinerziehende haben es auf dem Arbeitsmarkt schwer, das weiß auch Katrin Schmalenberger-Laukert vom Jobcenter Stendal und Beauftrage für Chancengleichheit. Sie hat es sich auf die Fahnen geschrieben, jungen Alleinerziehenden bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verschaffen.

Rund 60 Kunden des Jobcenters waren zum Informationstag im Tangerhütter Kulturhaus erschienen, um sich an den verschiedenen Partnerständen über ihre Möglichkeiten beraten zu lassen. Ein ortsansässiger Fotograf und zwei Mitarbeiterinnen eines Friseurgeschäftes waren vor Ort, um die Besucherinnen für ein Bewerbungsfotoshooting aufzuhübschen. „Das wird sehr gern angenommen. Für jeden der teilnimmt, ist es ein Erfolg“, sagte Steve Kramitz, Bereichsleiter des Stendaler Jobcenters, er überlegt, solche Fotoshootings des Öfteren anzubieten.

Von Maren Maatz

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