Zoff um „Ganoven“ in Süd / „Meine Zeit ist mir zu schade“

Zweite Anzeige gegen Reiner Instenberg

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Reiner Instenberg

Stendal. Mittlerweile gibt es eine zweite Anzeige gegen Reiner Instenberg, den Fraktionschef der SPD/FDP/Piraten/Ortsteile-Fraktion im Stadtrat Stendal. Der Stendaler Steffen Roske hat eine Anzeige gegen Instenberg aufgegeben.

Bereits Anfang Juni gab es gegen Instenberg eine Anzeige des AfD-Mitgliedes Arno Bausemer (AZ berichtete).

Instenberg soll, so Roske, gesagt haben, „was sich in Süd rumtreibt, was dort passiert, ist mir egal“. Roske, der eine emotionale Verbindung zu Stendal-Süd hat, fühle sich davon angegriffen und beleidigt.

Was passiert war: Instenberg hatte bemerkt, dass es zeitlich unklug sei, während der laufenden Zwangsversteigerung der Süd-Blöcke Anreize für eine Belebung der Blöcke zu setzen, und zwar: „... weil das [...] Spekulanten, ich kann auch sagen Ganoven, oder wie auch immer, ist mir egal mittlerweile, wer sich da tummelt, dass die dort wieder zuschlagen“. Er habe Immobilien-Spekulanten gemeint, die billige, aber vermeintlich im Wert steigende Blöcke würden kaufen wollen.

Schon am Monatsanfang hatte es eine Anzeige von Bausemer gegeben, weil der sich verleumdet fühlte. Hintergrund: Die Kandidatenaufstellung zur jüngsten Stadtratswahl war von Ex-AfD-Stadtratskandidat Tom Klein erfolgreich beklagt worden (die Wahl wurde inzwischen für ungültig erklärt), weil die FDP-Mitglieder sich bei der internen Wahl über die Schulter hätten gucken können. Instenberg hatte dazu im Stadtrat am 30. Mai erklärt: „Wenn es [...] keine Beanstandungen innerhalb der Parteien gibt, wie ist es dann zu werten, wenn von außen die ganz bewusst versucht haben, diese Wahl der FDP zu torpedieren?“ Er nannte keine Namen, verwies aber darauf, dass ein entsprechender Bürger im Rat gesprochen habe – gesprochen hatte Arno Bausemer.

Stadtratsvorsitzender Thomas Weise (CDU) und Instenberg machen klar, dass sie die Brisanz der Anzeigen eher gering finden. Weise zu den Anzeigen: „Ich glaube nicht, dass es zu einem Strafverfahren kommt.“ Instenberg ist genervt: „Meine Zeit ist mir zu schade für so etwas. Es ist nicht ernst zu nehmen.“

Von Kai Hasse

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