Kraul: „Kein Leerstand“

Zusammenlegung von Hildebrand- und Winckelmann-Gymnasium: Bauarbeiten

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Besonders das Hildebrand-Gymnasium am Mönchskirchhof müsste im Zuge einer Fusion mit dem Winckelmann-Gymnasium umfassend saniert werden. Neben Fassade und Dach sind Heizung, sanitäre Anlagen und die Speiseräume fällig.

Stendal. Das Hildebrand- und das Winckelmann-Gymnasium könnten zum Schuljahr 2020/21 zu einem gemeinsamen Schulstandort zusammengelegt werden. Das liegt an zu geringen Schülerzahlen im sogenannten Demografie-Check.

Der Beschluss wurde bereits in entsprechenden Fachausschüssen kritisch diskutiert (AZ berichtete). Doch eine Fusion von zwei Gymnasien brächte vor allem organisatorische Herausforderungen mit sich.

Besonders das Hildebrand-Gymnasium ist baulich in einem schlechten Zustand. „In dem Objekt am Mönchskirchhof ist eine ganze Reihe von Baumaßnahmen notwendig“, bestätigt auch Edgar Kraul, Sprecher des Landkreises, auf AZ-Anfrage. Die Liste der zu erledigenden Posten ist lang. Unter anderem müssen das Dach und die Fassade grundhaft instandgesetzt werden. Dazu kommt, dass die sanitären Anlagen erneuert werden müssen, ebenso wie die in die Jahre gekommene Heizungsanlage. Weiterhin müsse der äußere Sonnenschutz verbessert werden. „Auch die Ausgabeküche und die Speiseräume müssen erneuert werden“, so Kraul, „und vieles mehr“.

Diese Bauvorhaben sind zwar sehr umfangreich, beschäftigen sich jedoch nicht mit den Bedürfnissen von Schülern und Lehrpersonal. „Natürlich werden bei einer Sanierung der Schule auch viele Räume renoviert und teilweise neu möbliert und ausgestattet werden“, versichert der Kreis-Sprecher.

Gymnasien benötigen ab der Klassenstufe 11 eine Mindestschülerzahl von 50. Diese Zahl ist vor allem für das Hildebrand-Gymnasium bis zum Schuljahr 2035 nicht stabil, so der Landkreis. Schon in der Vergangenheit hatte der Demografie-Check der Bildungseinrichtung am Mönchskirchhof Probleme gemacht. Seinerzeit musste die Schule auf Mittel aus dem Förderprogramm „STARK III“ verzichten, welches sich mit der energetischen Sanierung und Modernisierung von öffentlichen Gebäuden beschäftigt. Ein ausschlaggebender Punkt war auch hier der negative Demografie-Check. Im Zuge der Fusion könnte das Hildebrand-Gymnasium von den nötigen Baumaßnahmen profitieren.

Da sich durch die Zusammenlegung beider Gymnasien keine Veränderung bei den Schülerzahlen ergibt, werden laut Edgar Kraul nach einer Fusion auch alle derzeit genutzten Räume benötigt. „Einen Leerstand wird es somit nicht geben“, so Kraul. Auch habe die Fusion keine Auswirkungen auf die Klassenstärke. Über einen weiteren relevanten Punkt kann der Landkreis keine Aussagen machen – wie nämlich das Personal aufgeteilt werden soll. „Die Besetzung der Schulen mit Lehrpersonal liegt nicht in Zuständigkeit des Schulträgers“, lautet die Antwort aus der Kreisverwaltung.

Von Mike Höpfner

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