In ehemaliger JVA entstehen im ersten Bauabschnitt 28 Wohnungen mit Balkon

Zuchthaus an der Hallstraße in Stendal mutiert zum Wohnobjekt

+
Wenn der erste Bauabschnitt an der ehemaligen JVA in diesem Winter fertiggstellt ist, sollen aus den Zellen etwa 28 Wohnungen mit Balkon entstanden sein.

Stendal. Noch werden Fenstergitter und Stacheldraht von dem Gebäude an der Hallstraße entfernt. Zum Ende des Jahres sollen dann die ersten Mieter in die ehemalige Justizvollzugsanstalt einziehen können.

Daran, dass dort einst Straftäter eingesessen haben, wird dann nichts mehr erinnern. Laut verantwortlichem Bauunternehmer Thomas Richter-Mendau sind die Arbeiten im Zeitplan, im Januar diesen Jahres begannen die Umbau- und Sanierungsarbeiten.

Im zweiten Bauabschnitt erinnert noch Vieles an die ehemalige Haftanstalt.

„In der nächsten Woche fangen wir mit dem Einbau von Elektrik, Heizung und sanitären Anlagen an“, so Richter-Mendau im AZ-Gespräch. Dieses Gebäude sei dabei nur der erste von insgesamt vier Bauabschnitten. „Etwa 28 Wohnungen werden im ersten Bauabschnitt entstehen“, informiert der Bauunternehmer. Um Wohnungen zu schaffen, werden die Wände mehrerer, ehemaliger Zellen durchbrochen und zusammengelegt. „Ein Waschbecken, eine Toilette und zwei Etagenbetten, das war es“, beschreibt der Unternehmer die spartanische Einrichtung der ehemaligen Hafträume. Für den nötigen Lichteinfall sorgen künftig große Fenster, die momentan eingesetzt werden. Auch ein Außenaufzug ist geplant.

Einige Mieter werden den Ausblick auf das Landgericht genießen können.

Durchgehend alle Wohnungen sollen Balkone erhalten. Thomas Richter-Mendau schätzt an den künftigen Wohnungen vor allem die ruhige Lage. „Von den Balkonen des zweiten Bauabschnitts guckt man auf das Landgericht und den begrünten Parkplatz.“ Die Flure waren ursprünglich an den Böden und Decken geöffnet und mit einem Geländer gesichert. Vor den Zellentüren führte nur ein schmaler Weg zu den Treppenhäusern. „Die Löcher haben wir natürlich zu gemacht“, so Thomas Richter-Mendau.

Bei der Sanierung der Fassade steht Richter-Mendau in engem Kontakt mit der Unteren Denkmalschutzbehörde. Selbst banal wirkende Aspekte wie die Fugenfarbe spielen bei einem historischen Gebäude eine Rolle. Entscheidungen würden stets in beidseitigem Einvernehmen getroffen, so der Verantwortliche.

Von Mike Höpfner

Kommentare