Schadewachten: Dauerparker und geteilte Stellzone bergen Konflikte

Zoff am Einkaufswagen: Stadt Stendal verteilt Knöllchen

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Ein Blick vom öffentlichen Parkplatz aus auf die Stellflächen des Einkaufsmarktes, Schadewachten.

Stendal. „Was soll denn das schon wieder?!“, schimpft ein Mittvierziger, reißt den roten Zettel unter dem Scheibenwischer hervor und schmeißt diesen, ohne ihn auch nur eines genauen Blickes zu würdigen, auf den Boden.

Gleich nebenan macht sich Solidarität breit, eine Frau ruft: „Die Herrschaften geben mit ihren Knöllchen selbst samstags keine Ruhe. “ Der ganz normale Wahnsinn beim Einkaufen am Schadewachten. Eine Stunde darf mit Zeitscheibe geparkt werden. Doch nicht alle halten sich an die Vorschriften. So manchen Fahrer zieht es sogar für eine halbe Ewigkeit auch noch sonst wohin. Mitunter stehen Wagen kreuz und quer. „Es gibt regelmäßig Beschwerden, dass die Parkplätze des Edeka-Marktes ständig entgegen der Regeln benutzt werden, also wird auch kontrolliert, um die Parkordnung durchzusetzen“, unterstreicht Stadtsprecher Klaus Ortmann. Seit Oktober 2014, also quasi seit der Eröffnung des Marktes, gibt es immer wieder Ärger. Das Ordnungsamt lässt nicht locker.

Die Parkzone des Einkaufsmarktes geht fließend in die der Stadt über. Auch dort sind die kommunalen Ordnungshüter regelmäßig unterwegs. Die Vorgaben für den Bereich des öffentlichen Parkplatzes neben dem Südwall sind Ende 2015 ergänzt worden, sodass nun von montags bis freitags zwischen 8 und 18 für zwei Stunden das Fahrzeug abgestellt werden darf (Regelgeschäftszeiten) und danach sogar ohne Zeitbegrenzung. Nicht zuletzt Besucher der Hansestadt, des Theaters, des Museums, des Musikforums Katharinenkirche und der Gaststätten, sollen unter der Woche ab 18 Uhr und auch an den Wochenenden die Möglichkeit haben, den öffentlichen, städtischen Parkraum länger als zwei Stunden zu nutzen. „Inhaber der Bewohnerparkkarte können diesen Bereich 24 Stunden täglich nutzen. Für den Bereich des Parkplatzes Edeka-Markt hat sich nichts geändert“, geht der Stadtsprecher ins Detail.

Der öffentliche Parkplatz sei beliebt, zweifelsohne. „Die hohe Auslastung ist ein Zeichen für einen guten innenstadtnahen Standort. Zudem ist dieser Platz natürlich auch Ersatz für die weggefallenen Plätze auf dem Sperlingsberg und sicher ein Grund für die hohe Akzeptanz des Parkverbotes auf diesem Platz“, glaubt Ortmann. Und was den Edeka-Parkplatz angeht, sei ergänzt: Eine wie auch immer geartete Vereinbarung zwischen Einkaufsmarkt und Stadt gebe es nicht und sei auch nicht erforderlich. Es handele sich um einen „dem öffentlichen Verkehr gewidmeten Parkraum“, auf dem die Regeln der Straßenverkehrsordnung uneingeschränkt gültig und zu beachten seien.

Von Marco Hertzfeld

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