Kanonen-Duo zieht für historisches Gefecht im Oktober in Altenzaun ein

„Zitta“ und „Koritze“ befeuern den Jahrestag

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Selbst gebaut hat der 80-jährige „Kanonen-Lehmann“ seine zwei Lafetten. Die größere (Foto l.) hat er Wusterhausener nach seiner Frau benannt. In Altenzaun sind sie im Oktober zu erleben.

Altenzaun. „Augen gerade – aus!“ Ein halbes Jahr oder genau noch 25 Wochen bleiben bis zum Donnerhall bei Altenzaun. Für das Gefechtsjubiläum am Samstag, 29.

 Oktober, das den glorreichen, weil nahezu unmöglichen Sieg militärisch unterlegener Truppen Preußens in der Schlacht gegen siegverwöhnte Franzosen unter Feldherr Napoleon am 26. Oktober 1806 auf einem Kampfgelände nahe der Elbe detailreich nachstellt, ist nun die „Aufrüstung“ in vollem Gange.

Denn es rücken auch zwei Kanonen aus dem Nachbarland Brandenburg über die Elbe. Die Nachbauten stellt mit Günter Lehmann aus Wusterhausen der Bauherr höchstpersönlich zur Verfügung. Die Feuergeschütz-Attrappen heißen „Zitta“ und „Koritze“. Sie erlebten bereits öffentlichkeitswirksame Auftritte auf altmärkischem Boden – etwa bei Spektakeln der Schützengilde Werben am Markt der weltkleinsten Hansestadt.

Lehmann hat die Größere seiner Lafetten, „Zitta“, nach seiner Ehefrau benannt, weil sie den 80-Jährigen oft bei seinen Schwarzpulver-Einsätzen begleitet. Etwa 100 Kilo hat das Gründungsmitglied der Kurfürstlich Privilegierten Schützengilde 1580 sowie Gründer und Vorsitzender des 1. Historischen Traditions- und Artilleriecorps Kyritz und auch Mitglied der im Landkreis Ostprignitz-Ruppin ansässigen Schützengilde Wusterhausen 1839 bislang durch die Rohre verschossen. Sein Spitzname lautet dazu passend: „Kanonen-Lehmann“.

Mittlerweile nehmen die Vorbereitungen für das Gefechtsjubiläum in der Nähe des Yorck-Steins auf der Freifläche im zu Hohenberg-Krusemark zählenden Ort Altenzaun mehr und mehr Gestalt an. Die Organisatoren um Koordinator Dr. Wolfgang Haacker aus Walsleben, Bürgermeister Dirk Kautz aus Hohenberg-Krusemark, Versorger Meinhard Jüstel aus Rosenhof und Platzwart Horst Ruhbaum aus Altenzaun wollen ein Zehntel der Beteiligten von damals aufbringen. Anno 1806 waren etwa 3500 Mann im Einsatz. Unter Oberst von Yorcks Kommando kämpften drei Füsilier-Bataillone, sechs Jägerkompanien, Ziethen-Husaren und Schwedter Dragone. Sie hatten zwei Geschütze – Napoleons Truppen dreimal so viel. Doch der erste preußische Sieg seit der Niederlage Jena/Auerstedt gelang trotzdem.

Von Antje Mahrhold

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