Stendaler wegen Waffenbesitzes zu Geldstrafe verurteilt

Zeugin schweigt zur Macheten-Drohung

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Weil seine Verlobte nicht aussagen wollte, blieb dem Angeklagten eine gerichtlich angeordnete Therapie erspart.

kah Stendal. 30 Tagessätze zu je zehn Euro muss ein 34-jähriger Stendaler Strafe zahlen, weil er unerlaubte Waffen bei sich hatte. Eigentlich ging es bei dem Prozess im Landgericht aber um deutlich brisantere Anklagen.

So soll er seine Verlobte mit Messer und Machete bedroht haben. Das ließ sich aber letztlich nicht beweisen – weil die Frau nicht aussagen wollte. Also fehlten die Beweise.

Aus dem Gericht

„Ich stech’ Dir ein Messer in den Hals“ soll er einmal gesagt haben, während er seine Freundin bei einem Vorfall bedrohte. Ein anderes Mal habe er ihr gleich eine Machete an den Hals gehalten und Geld von ihr gefordert, so stand es in der Anklage.

Die Frau, mittlerweile die Verlobte des Mannes, sagte aber vor Gericht nicht aus. So blieben die Beweise für die Behauptungen aus der Anklage aus. Und er selbst konnte sich, so hieß es im Landgericht, alkoholbedingt nicht mehr an die Vorfälle erinnern. „Die Beweislage“, fasste es die Staatsanwältin anschließend zusammen, „...ist mehr als unglücklich.“ Der letzte verbliebene Anklagepunkt war dann lediglich, dass ihn die Polizei einmal mit einer als Waffe verbotenen Messerart erwischte: Das Urteil wurde nur wegen des unerlaubten Besitzes einer Waffe gefällt.

Dem Vorsitzenden Richter am Landgericht, Ulrich Galler, missfiel das deutlich, denn hätte der Mann für die Bedrohung mit Messer und Machete verurteilt werden können, hätte er den Mann auch gleich zu einer Alkoholtherapie verdonnern können. Die hielt er für bitter nötig. Nun konnte er dem Mann also nur ernst ins Gewissen reden, dass der sich selbst um eine Therapie kümmert: „Wenn Sie das mit dem Saufen nicht in den Griff bekommen, gebe ich Ihnen Brief und Siegel, dass Sie wieder hier landen werden.“ Der Mann lebe in – einigermaßen – geregelten Verhältnissen, es gebe keinen Grund zum Trinken.

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