Ehemalige Grenztruppen-Kaserne wird für Asylbewerber hergerichtet

Zentrale Anlaufstelle für 1200 Flüchtlinge kommt nach Stendal

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Die frühere Grenztruppen-Kaserne an der Gardelegener Straße in Stendal wird Zentrale Anlaufstelle (ZASt) für 1200 Asylbewerber. Das verkündeten gestern Finanzminister Jens Bullerjahn (l.) und Innenminister Holger Stahlknecht.

Stendal / Magdeburg. Die Rolandstadt bekommt eine Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber (ZASt). Die „Heidekaserne“ (ehemaliges Grenztruppenobjekt) wird für die Unterbringung von bis zu 1200 Flüchtlingen hergerichtet.

Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) bezeichnete den Standort gestern bei der Vorstellung des landesweiten Unterbringungskonzeptes als für diese Zwecke „wie geschaffen“. Er hatte sich das Gelände am Montagabend angesehen.

Stendal sei seit längerem als Standort für eine Erstaufnahmeeinrichtung im Gespräch, sagte Bullerjahn anschließend gegenüber AZ. Ein Vorteil gegenüber anderen Standorten: Die Liegenschaft gehört dem Bund, der auch die Kosten für die Sanierung übernimmt. Die dafür nötige Summe konnte der Finanzminister noch nicht beziffern. Für Stendal spreche weiterhin das gute Umfeld mit Versorgungseinrichtungen (Speisesaal) und Freizeitmöglichkeiten. Es werde eine dauerhafte Einrichtung errichtet, die Mitte nächsten Jahres in Betrieb gehen soll.

Neben der bestehenden ZASt in Halberstadt (2200 Plätze) sind weitere Standorte in Halle (2000) und Magdeburg (1500) vorgesehen. Darüber hinaus sollen in Sachsen-Anhalt kurzfristig vorübergehende Aufnahmestellen unter anderem in Halle, Bernburg, Merseburg sowie in Jugendherbergen im Süden des Landes und am Flugplatz Cochstedt geschaffen werden. Insgesamt sind bis zu 8000 Aufnahmeplätze vorgesehen. „Wir planen großzügig, um den Ereignissen nicht weiter hinterher zu rennen.“ Noch vor einem Monat habe man mit nur 4500 Asylbewerbern in diesem Jahr gerechnet. Eine aktuelle Prognose wollte er nicht abgeben. Den Kommunen mit Erstaufnahmeeinrichtungen versprach der Minister finanzielle Unterstützung. Außerdem werde die Zahl der dort vorübergehend lebenden Asylbewerber auf die Quote der dauerhaft unterzubringenden Flüchtlinge im jeweiligen Landkreis angerechnet. „Ich weiß, dass das Thema vor Ort für Debatten sorgen wird. Wer ein Problem hat, sollte sich aber nicht scheuen und offen mit uns reden“, mahnte er.

Von Christian Wohlt

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