Streetworkerin gibt Kindern beim Familienfest erstmals drei Mitmachbühnen

Ein Wunsch bleibt unerfüllt: Großspielplatz unterm Dach

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Die Geschicklichkeit konnte auf einem Fahrradparcours bewiesen werden. 

Stendal. „Ich darf heute alles“, glaubt der sechsjährige John Korbrie im Gespräch mit der AZ und grient. „Fast alles, wenn alles andere so klappt, wie wir es vereinbart haben“, interveniert Vater Enrico sicherheitshalber.

Auch sein zweiter Schützling, Leon, fünf Jahre, hat verstanden. Mutter Ina lächelt zufrieden und meint: „Kinder brauchen Grenzen, auch bei einem Kinderfest. “ Die Familie lässt sich beim 20. Stelldichein auf dem Mönchskirchhof anlässlich des Weltkindertages von Stand zu Stand treiben. Mit Politik und Verwaltung scheinen die Korbries recht zufrieden. Etwas fehlt nach Johns Meinung allerdings doch: ein großer Abenteuerplatz, vielleicht sogar ein Indoorspielplatz, eine Tobezone in einer Halle. Der frühere Obi-Markt bei Bindfelde stehe ja nach wie vor leer.

Um Sonderwünsche, zumal in dieser Dimension, ging es an diesem Tag natürlich nicht. „Mitmachen und nicht nur zuschauen“ ist das Motto gewesen. Erstmals waren beim alljährlichen Kinder- und Familienfest drei Mitmachbühnen aufgebaut, auf denen sich Mädchen und Jungen ausprobieren konnten. „Dabei standen vor allem jene Kinder auf der Bühne, die das Jahr über dort sonst nicht stehen“, meint Streetworkerin Anke Barschdorf, die das Fest mit Uwe Bliefert, dem städtischen Sachgebietsleiter für Schule, Sport und Jugend, federführend organisiert hat. „Für uns ist das Konzept aufgegangen“, bilanziert sie zufrieden, auch wenn die ganz große Auswertung noch ausstehe.

Auf einer Bühne hatten die Musikerfabrik und Frank Wedel den Ton vorgegeben, Kinder konnten dort unter Anleitung zum Instrument greifen. Auf der zweiten Bühne wirbelten der Wahrburger Carnevals-Club (WCC), allen voran Christina Kruft, und sportbegeisterte Kinder. Zum Ende erhielten ihre Schützlinge auf Zeit sogar Applaus für eine Pyramide aus fünf und mehr Personen. Auf der dritten Bühne durften junge Altmärker mit Künstlerin Antje Hildebrandt und ihrem Circus Knopf jonglieren, balancieren und herumalbern.

Zwischen den Bühnen präsentierten sich zahlreiche Vereine, Initiativen und Behörden. Gleich an mehreren Ständen konnten Besucher basteln und malen. Die Verkehrswacht war genauso vertreten wie die Feuerwehr, deren Wasserspritze immer wieder auf ein Neues von Hand zu Hand wanderte, obwohl der Dauerregen ja eigentlich schon für ausreichend Nass sorgte. „Doch selbst das schlechte Wetter ist vergessen, wenn das, was sich beeinflussen lässt, klappt“, meint Streetworkerin Barschdorf und ist gedanklich schon ein wenig im nächsten Jahr, wenn das 21. Kinder- und Familienfest der Hansestadt Stendal ansteht.

Von Marco Hertzfeld

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