Junge Trauerbuche sieht besonders leidend aus / Spaziergänger sehen 24 Baumarten im Bebel-Park

„Wunde hat sich wieder verschlossen“

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Dieser Baum habe eine Zukunft, versichert die Stadt.

Stendal. Einige Äste haben den Boden erreicht und wachsen dort weiter. Irgendwie sieht dieser Baum, auch im Vergleich zu seinem großen Bruder gleich dahinter, ziemlich komisch aus. Er scheint im August-Bebel-Park ungemein schwer an seiner selbst zu tragen.

Wer es nicht besser weiß, könnte eine Krankheit oder einen Zusammenbruch vermuten. „Die kleinere Buche wurde vor circa 15 Jahren gepflanzt. Durch die schwere Last der Äste ist die Buche im Kronenansatz eingerissen. Die Wunde hat sich wieder verschlossen, die Standfestigkeit des Baumes ist nicht gefährdet“, klärt Stadtsprecherin Sandra Slusarek auf AZ-Anfrage auf. Bei beiden Bäumen handele es sich um eine Hängebuche, auch Trauerbuche genannt. Abgesehen vom „Einzelschicksal“ des kleinen Baumes müsse diese Art tatsächlich so aussehen.

Die Wuchsform der Hängebuche lasse sich mit einer Wasserfontäne vergleichen. „Der Stamm strebt erst zielstrebig nach oben und bildet dann Äste aus, die bogig die Wuchsrichtung ändern, sich zuerst waagerecht ausbreiten, um ihre Zweige dann fast senkrecht zu Boden hängen zu lassen“, weiß Slusarek nach Rücksprache mit Kollegen im Fachamt. „Diese Buchen sind in vielen Parks und wegen ihrer Trauerform auch auf zahlreichen Friedhöfen zu finden.“

Im August-Bebel-Park stehen laut der Stadt insgesamt 390 Bäume in 24 verschiedenen Arten. Den überwiegenden Anteil nehmen Ahorn, Linden, Buchen, Hainbuchen und Wildkirschen ein. Das Gelände am Ostwall sei bei den Bürgern sehr beliebt und diene nicht zuletzt der Erholung.

Von Marco Hertzfeld

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