Viele Wagen mit Liebe zum Detail / Narren nehmen Politik auf die Schippe

Wischestadt atemlos: Karneval mit Helene

Die Gastgeber fahren vor. Mitglieder des Seehäuser Carnevals-Clubs begrüßten die zahlreichen Zuschauer. Die Plätze direkt an den innerstädtischen Straßen waren naturgemäß besonders begehrt. Von dort ließ sich der Fasching quasi hautnah erleben.

Seehausen. Helene Fischer war der große Star beim Straßenumzug in Seehausen. Ihr Hit „Atemlos“ schallte gestern Nachmittag von zahlreichen Wagen herunter. Pünktlich um 14 Uhr setzte sich der Tross der 61. Session in Bewegung.

Die Wagen fuhren über Mühlenstraße, Große Brüderstraße, Bahnstraße und weiter über Goethestraße und Arendseer Straße zum Winckelmannplatz. Entlang der Strecke jubelten die Schaulustigen aus der Wischestadt und anderen Orten der Altmark den Darstellern zu. Der Tulpensonntag ist längst fester Termin im Faschingskalender der Region.

Unter anderem sorgten die Seehäuser Oldieblaskapelle, der Beusteraner Reit- und Fahrverein sowie die Kunst- und Trödelmarktweiber für Stimmung. Die Narren aus Dobbrun und weitere befreundete Vereine nahmen ebenfalls am Umzug teil. Auffallend waren die mit viel Liebe zum Detail gestalteten Wagen. Die einzelnen Schaubilder begeisterten die Zuschauer und ließen keine Langeweile aufkommen. Der Karnevalsverein aus Rochau war auch in diesem Jahr mit einem besonders großen Wagen angereist. Die engen Straßen verlangten den Fahrern der Trucks Ruhe und Können ab. Unterwegs waren auch alte Motorräder und andere historische Vehikel. Mitglieder des Blaulichtvereins Beuster zeigten ebenfalls Flagge.

Die Teilnehmer nahmen in altbewährter Tradition die Politik auf die Schippe. So spielte die umstrittene Werbekampagne beider Altmarkkreise von der „grünen Wiese“ eine Rolle. Auch die scheinbar unendliche Geschichte um die Nordverlängerung der Autobahn 14 war Thema. Und natürlich durfte auch der VW-Abgasskandal nicht fehlen.

Der einheimische Seehäuser Carnevals-Club (SCC) mit Burkhard Lüdicke an der Spitze fuhr schon traditionell an vorderer Position mit. Die SCC-Tanzformationen zeigten ihr Können. Selbstredend war auch das Prinzenpaar mit an Bord. Die Wischestädter hatten auch das Wetter auf ihrer Seite. Anders als angekündigt, blieb es die gesamte Zeit trocken und zum Teil sonnig. Die Narren am Straßenrand kamen immer mehr in Stimmung. Sie genossen so manches Fläschchen. Auf die von den Wagen geworfenen Bonbons und Süßigkeiten hatten es vor allem die Kinder und Jugendlichen abgesehen. Aber auch so manches ältere Semester begab sich auf Kamellefang.

Die Organisatoren dürfen mit dem Umzug zufrieden sein. Die Anzahl der Wagen, die Liebe zum Detail und das Augenzwinkern gegenüber der großen und kleinen Politik überzeugten. Anschließend wurde noch in der Wischelandhalle weiter gefeiert.

Von Stephan Metzker

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