Personelle Einsparungen bei der Gesellschaft für Arbeitsförderung / Noch fünf Gesellschafter aktiv

„Wir sind auf dem richtigen Weg“

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Die Gesellschaft für Arbeitsförderung vermittelt unter anderem Papier- und Müllsammler. Die Maßnahmen sollen Langzeitarbeitslosen die Rückkehr ins Arbeitsleben ermöglichen.

Stendal. Von den einstigen 24 Mitarbeitern sind momentan nur noch sechs im Dienst. Dafür verantwortlich sind Einsparungen von über 400 000 Euro, die die Gesellschaft für Arbeitsförderung und Sanierung des Landkreises Stendal (GfAuS) seit April 2014 vornehmen musste.

In Kooperation mit dem Jobcenter vermittelt die Gesellschaft vornehmlich sogenannte Arbeitsgelegenheiten. Dazu zählen Papiersammler, Schulwegbegleiter oder auch Mitarbeiter in der Gemeinschaftsunterkunft am Möringer Weg.

Der Vorsitzende der GfAuS, Hannes Walter Rühlmann, erstattete im Ausschuss für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit Bericht über den aktuellen Stand der Gesellschaft. „Unser Ziel war es, die GfAuS als Träger für Arbeitsförderung zu erhalten“, so Rühlmann mit Blick auf die massiven Einsparungen. Im Jahr 2014 entstanden der GfAuS mit 24 Mitarbeitern noch Verwaltungskosten in Höhe von 909 000 Euro. Mit den aktuellen sechs Mitarbeitern konnten diese um fast die Hälfte auf 458 000 Euro reduziert werden. „Die ersten sechs Wochen im neuen Jahr zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Rühlmann. Mitarbeiterinnen in der Gemeinschaftsunterkunft etwa hätten dort eine Faschingsfeier organisiert. „Das war eine Top-Geschichte“, findet Rühlmann.

Im vergangenen Jahr vermittelte die GfAuS landkreisweit durchschnittlich 264 Arbeitsgelegenheiten im Monat. Darauf liege auch in diesem Jahr der Fokus der Arbeit. 150 Arbeitsgelegenheiten pro Monat sollen es im Jahresdurchschnitt sein. „Diese Zahl haben wir mit dem Jobcenter abgesprochen“, sagt Rühlmann.

Für das Jahr 2016 sind noch fünf Gesellschafter aktiv. Neben dem Landkreis selbst beteiligen sich die Städte Stendal, Tangermünde und Arneburg sowie die Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land an der Arbeit der GfAuS. „Wir brauchen eine Strukturreform, die das Ausscheiden weiterer Mitglieder verhindert“, fand Ausschussmitglied Marcus Graubner (CDU).

Parteifreund Hardy Peter Güssau hatte sich unterdessen im Hauptausschuss der Stadt Stendal mit den Worten „wir reiten ein totes Pferd“ für den Ausstieg der Hansestadt aus der Gesellschaft ausgesprochen. Dem widersprach Joachim Röxe (Linke). Die pro Jahr etwa 80 Menschen, die in Stendal und den Ortsteilen beschäftigt werden, seien jene, die für das saubere Gesamtbild sorgen. Man dürfe die Menschen „am Rande der Gesellschaft“, die dadurch „halbwegs in Lohn und Brot stehen“ nicht vergessen, machte indies Harriet Tüngler (SPD) deutlich, die als Stadtratsmitglied das Wort im Hauptausschuss ergriff.

Von Mike Höpfner

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