Finanz-Krisengipfel am 24. Februar: CDU-Fraktion reicht Vorschlagsliste ein

„Wir müssen jetzt jedes Objekt überprüfen“

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Seit Jahrzehnten ungenutzt: Die Alte Post an der Marktstraße in Werben ist Teil des Brachflächen-Projekts der Verbandsgemeinde. Das Objekt soll Wohn- und Geschäftshaus werden.

Werben. Im Vorfeld des Werbener Finanz-Krisengipfels am 24.  Februar hat die CDU-Stadtratsfraktion eine Vorschlagsliste erarbeitet.

Auf dem Treffen ab 17 Uhr im Rathaus wird Vorsitzender Michael Schnelle eine Reihe von Ideen vorstellen, die dazu dienen sollen, Einnahmen in die klamme Stadtkasse zu spülen. Der kleinsten Hansestadt der Welt droht aus Geldmangel ab 2017 die Zwangsverwaltung, hat Verbandsgemeinde-Kämmerin Dana Hoedt angekündigt (die AZ berichtete).

Für einen der wichtigsten Vorschläge liegt dem Unternehmer aus Werben seit wenigen Tagen eine Konzeptstudie vor, die ein Osterburger Architekt angefertigt hat. Demnach könnte die seit mehr als 20 Jahren leerstehende Alte Post für voraussichtlich rund 600 000 Euro so instandgesetzt und modernisiert werden, dass sich das marode Objekt an der Marktstraße zum Wohn- und Geschäftshaus mausern würde. Das Gebäude befinde sich in Stadteigentum. Es wird der Studie zufolge 600 Quadratmeter Wohnfläche bieten und könnte als Arztpraxis und Physiotherapie genutzt werden, schlägt die Fraktion vor.

Zur Finanzierung der Bausumme verweist der Christdemokrat auf den Topf Städtebau. „80 Prozent Fördermittel sind ein unschlagbares Argument“, erklärt Schnelle am Mittwoch im AZ-Gespräch. Und für den Eigenanteil der Stadt in Höhe von 20 Prozent kommen zinsgünstige Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Frage. Wie genau dies möglich sein könne, werde gerade vom Infrastrukturbetrieb ermittelt.

Bezahlbare Mietwohnungen, wie sie in der Alten Post entstehen sollen, hat zuletzt auch der Verein „Wischeaktion 2.0“ bei seiner Stammtisch-Premiere im Werbener Hotel „Deutsches Haus“ gefordert (die AZ berichtete). Das Hotel befinde sich laut Schnelle auch im Eigentum der Hansestadt und sei vor gut zehn Jahren für etwa eine Million Euro mit Städtebau-Fördergeld saniert worden. Seitdem habe es rund 100 000 Euro an Einnahmen gegeben und es seien mindestens fünf Arbeitsplätze entstanden, argumentiert der Fraktionsvorsitzende.

Bei der Suche nach dringend nötigen Einnahmen „müssen wir jetzt jedes Objekt überprüfen“, fordert Schnelle. Dies betreffe Gewerberäume im Rathaus genauso wie die Salzkirche. Dort sei mit Kleinkunst vor etwa zehn Jahren noch so viel Geld eingenommen worden, dass Klappstühle für Besucher angeschafft werden konnten.

Von Antje Mahrhold

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