Idee einer Prignitzer Firma soll in Arneburg-Goldbeck zur Auflage werden

Windkraft-Leuchtfeuer mit dem Radar ausschalten

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Eine Firma aus der Prignitz kann das Lichtermeer ausknipsen: Die Lasertechnik mit Radar und Luftraumüberwachung eines dänischen Herstellers könnte auch in der Altmark Einzug halten.

Arneburg-Goldbeck. Nicht nur vom Lärm, sondern auch vom nächtlichen Dauerblinken der Windkraftanlagen fühlen sich viele Anwohner in der Verbandsgemeinde genervt.

Das Komplettprodukt einer neuen Firma aus Plattenburg im Landkreis Prignitz des Nachbarbundeslandes Brandenburg löst ein Problem, an dem Ingenieure schon lange tüfteln.

Mit Unterstützung der Landesregierung soll etwa ein halbes Dutzend Windparks im etwa 40 Kilometer Luftlinie auf der östlichen Elbseite liegenden Gebiet mit Hilfe von Radar so umgerüstet werden, dass das Leuchtfeuer nachts unterdrückt wird. Dafür wird ein Gittermast-Turm errichtet, der ein Radar zur Lutfraumüberwachung eines dänischen Unternehmens aufnimmt. So können Fluggeräte wie zum Beispiel Rettungshubschrauber in jeder Richtung in Höhen von 70 bis 300 Metern geortet werden.

Anbieter des Anti-Discolicht-Produktes ist eine im April dieses Jahres gegründete Firma, deren Geschäftsfeld laut Handelsregister der Be- und Vertrieb von Komplettsystemen zur bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung von Windenergieanlagen ist. Als Geschäftsführer ist Albrecht Graf von Wilamowitz-Moellendorff eingetragen. Das Angebot firmiert inzwischen als „Prignitzer Lichtermeer“ und hat nun auch die Amtsstuben Arneburg-Goldecks erreicht.

So informierte Arneburgs Bürgermeister Lothar Riedinger (CDU) den Stadtrat am Dienstag, dass der Einsatz der Lasertechnik auch für neue Windanlagen im Gebiet möglich sei. „Es soll geprüft werden, ob das künftig zur Auflage gemacht werden soll“, wünschte sich Riedinger, dass die neue Technik auch im gerade bei Stendal eröffneten Mega-Windpark Lüderitz angebracht gewesen sei.

Windräder von über 100 Metern Höhe müssen über Blinklichter verfügen, um nachts für Flugzeuge sichtbar zu sein. Bei den Leuchtfeuern auf Windrädern handelt es sich um zwei rote Lichter, die nachts im Takt leuchten: eine Sekunde an – eine halbe Sekunde aus – eine Sekunde an – und anderthalb Sekunden aus. Dieses Blinken nervt nicht nur Anwohner, auch Autofahrer stört es.

Von Antje Mahrhold

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