Werbens Bürgermeister schreibt der Kreissparkasse

Werbens Bürgermeister schreibt der Kreissparkasse: „Wollen Sie das wirklich?“

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In Werben, Klietz, Grieben, Schollene und Arneburg sollen die Geschäftsstellen bis Ende März 2016 geschlossen werden. Erste Stimmen sprechen sich dagegen aus.

Werben / Arneburg. „Lebens- und zukunftsfähig bleibt Werben [. . . ] nur, wenn wir die Infrastruktur weitgehend erhalten.

“ Nicht nur der Bürgerinitiative (BI) Arneburg gefallen die Pläne der Kreissparkasse Stendal nicht, Geschäftsstellen im Landkreis zu schließen (AZ berichtete). Auch Werbens Bürgermeister Jochen Hufschmidt zeigt sich ob dieser Pläne „betroffen“.

Und machte seinem Unmut und jener, den Bürger der Hansestadt an ihn heran trugen, in einem Brief Luft. „Ihre Maßnahmen schaden unserer Stadt und die ländlichen Regionen. Wollen Sie das wirklich?“ Das Schriftstück ist an den Sparkassenchef Jörg Achereiner und Vorstandsmitglied Paul Rodermann adressiert. „Als Bürgermeister möchte ich Ihnen auch vor Augen führen, welche Folgen Ihre Maßnahme für unseren Ort haben würde“, schreibt Hufschmidt im Weiteren.

Werben kämpfe recht erfolgreich gegen den demografischen Wandel und bemühe sich darum, den Ort lebendig zu halten. „Mit dem städtebaulichen Denkmalschutz erzielen wir Fortschritte im Erhalt der einmaligen Altstadt.“ Zudem sei das kulturelle Erbe von nationaler Bedeutung. „Werben ist Hansestadt, Johanniterstadt und Biedermeierstadt.“ Und erfreue vor allem zahlreiche Touristen.

Die Bürger hätten Verständnis dafür, wenn aufgrund eines Rückgangs der Kunden oder Kundenbesuche die Öffnungszeiten reduziert würden. „Für eine Schließung der örtlichen Geschäftsstelle finden Sie in unserem Ort und unter Ihren Kunden, insbesondere unter den zahlreichen Seniorinnen und Senioren, kein Verständnis.“

Eine Geschäftsstelle sei eben eine zentrale Anlaufstelle, auch in Zeiten multimedialer Möglichkeiten. „Wer den digitalen Zugangsweg nicht bewältigen kann, ist auf die persönliche Betreuung angewiesen“, so Hufschmidt weiter. Eine „familien- und seniorenfreundliche“ Kreissparkasse, die sich auch durch „großzügige Spendentätigkeit“ in der Vergangenheit positiv dargestellt habe, sollte laut Hufschmidt „die Gemeinschaft und das soziale Miteinander“ vor ökonomische Überlegungen stellen.

Von Alexander Postolache

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