Stendaler Einrichtung findet Spender für Schiffsprojekt auf dem eigenen Spielplatz

Vorerst kein Kentern der „Arche“

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Noch ist das Schiff auf dem geplanten Spielplatz unter einer Plane versteckt. Dank der Spenden unter anderem von Kristina Grahn wollen die Arche-Betreiber Petra und Mario Tiesies schnellstmöglich mit dem Bau beginnen.

Stendal. Eine weitere Spende erreichte die von Krisen geschüttelte Stendaler Arche in der vergangenen Woche. Kristina Grahn überbrachte der Einrichtung an der Adolph-Menzel-Straße kürzlich eine Spende von 450 Euro.

Das Geld stammt aus dem Erlös ihrer Vorlesungen im „Olivenbaum“ am Kornmarkt oder in der „Galerie No. 2“ in Tangerhütte. „Die Leute sind begeistert, wenn ich lese und geben dann Geld“ erzählt Grahn, wie die Finanzspritze für die Einrichtung zusammen kam.

Vor einigen Wochen ist in einer Fernsehsendung über die Bemühungen der Arche berichtet worden, berichtet Mario Tiesies, Leiter der Einrichtung. Ein Chemnitzer Bürger soll so beeindruckt von der Willensstärke der ehrenamtlichen Mitarbeiter gewesen sein, dass er für den Spielplatzbau 8000 Euro spendete. Diese beiden Spenden sollen dafür sorgen, dass der Bau des Spielplatzes mit einem Schiff, welches schon länger auf eine Restaurierung wartet, noch im Oktober beginnen kann. „Dazu benötigen wir aber noch fleißige Hände und einige Maschinen“, hofft Tiesies auf mehr Unterstützung aus der Bevölkerung.

Die Stendaler Arche befindet sich bereits seit längerer Zeit in finanzieller Schieflage. Bei einem Krisentreffen mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik im Frühjahr 2015 klagte Mario Tiesies: „Wir haben ein monatliches Defizit von 1200 Euro. Wenn sich daran nichts ändert, ist in den nächsten zwölf Monaten Schluss.“ Die Räumlichkeiten an der Adolph-Menzel-Straße werden Mario und Petra Tiesies von der Stendaler Wohnungsbaugesellschaft überlassen – für seinerzeit einen Euro pro Quadratmeter. Aus dem Haushalt des Landkreises gab es – zumindest im vergangenen Jahr – keine Möglichkeit der kontinuierlichen Förderung. Fördermittel für karitative Einrichtungen, wie beispielsweise den Jugendclub „Eckstein“, die Teestube „Maranata“ oder den „Saftladen“ – eine Begegnungsstätte für alkoholkranke Menschen – gibt es zwar. Doch Mario und Petra Tiesies fehlte dafür die nötige fachliche Qualifikation, um diese in Anspruch nehmen zu können.

Allerdings kann der Arche-Chef auch von 25 Menschen berichten, die seit kurzem monatlich einen kleinen Betrag spenden, damit für die Kinder nicht nur ein warmes Mittagessen, sondern darüber hinaus noch Hilfe bei Hausaufgaben oder ähnliches geleistet werden kann. Was nun noch fehlt, sei eine bezahlte Arbeitsstelle. „Wir wollen beide nicht mehr von Hartz IV leben. Sollte es diesbezüglich keine Lösung geben, hören wir auf“, warnt Tiesies erneut vor dem möglichen Ende der Einrichtung. Was im Falle einer Schließung mit den Räumlichkeiten passieren soll, ist bislang nicht geklärt. Wer die Arche unterstützen möchte, kann unter der Rufnummer 0171/165 12 16 Kontakt aufnehmen oder eine Email an info@arche-stendal.de schreiben.

Von Ute Krug und Mike Höpfner

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