Für Vielfalt in der Region

Initiatorin will Kontakte für Selbsthilfegruppe „Muskel-Treff-Altmark“ knüpfen

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Die Bismarkerin Birgit Timmer stellte im Oktober im Stendaler Landratsamt die Arbeit der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke vor. Sie hat mit Altmärkern eine Selbsthilfegruppe gegründet.

Altmark. Mit dem 24. Oktober des vergangenen Jahres begann die Geschichte einer Gruppe, die sich Menschen mit Muskelerkrankungen annimmt und in der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke organisiert ist.

Die Arbeit dieser Selbsthilfegruppe (SHG) soll in der Altmark noch bekannter werden. „Ich werde am 1. April an dem Treffen des Projektes ,Vielfalter’, das ab 15 Uhr in der Wischelandhalle in Seehausen stattfindet, teilnehmen“, informiert Birgit Timmer, Initiatorin der SHG „Muskel-Treff-Altmark“, auf Nachfrage der AZ. . „Vielfalter“ in Seehausen.

Die Agentur für Arbeit Stendal, das Jobcenter in der Rolandstadt und das Jobcenter Altmarkkreis Salzwedel haben gemeinsam mit dem Diakoniewerk Osterburg das Projekt „Vielfalter“ ins Leben gerufen. Timmer hofft während jenes Tages etwas über das Projekt zu lernen und zu sehen, „was für meine SHG dabei ist und welche Kontakte ich knüpfen kann“. Doch was ist das Ziel des Vielfalter-Projektes? Obwohl in der Altmark händeringend nach Fachkräften gesucht wird, gestalte sich die Beschäftigungssuche schwerbehinderter Menschen schwierig, heißt es von Seiten der Organisatoren. Zu hoch scheinen die Hürden für die Arbeitgeber, wenn sich Menschen mit Behinderung bei ihnen bewerben. Die Zielgruppe besteht dabei aus schwerbehinderten Menschen mit Anspruch auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB).

Chancen auf Arbeitsmarkt

Das Projekt „Leben ist Vielfalt – Arbeit inklusiv“ hat sich zum Ziel gesetzt, die Beschäftigtenzahl schwerbehinderter Menschen in der Altmark zu erhöhen und damit Arbeitslosigkeit abzubauen, Hilfebedürftigkeit zu verringern beziehungsweise zu beenden. Dauer des Projektes im individuellen Fall: sechs Monate. Sozialpädagogen, Handwerker, Rehabiltationspsychologen, Erlebnis- und Theaterpädagogen oder auch Experten aus dem Bereich Sport sollen in Einzel- und Kleingruppengesprächen unterstützend wirken, vermitteln zwischen potenziellem Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Mit im Boot als Netzwerkpartner des ausführenden Diakoniewerkes sind neben Arbeitgebern der Region, die Behindertenbeauftragten der beiden Landkreise, Wohlfahrtsverbände, das Berufsbildungswerk Stendal, das Theater der Altmark und weitere Unterstützer, wie Selbsthilfegruppen.

Selbsthilfe in der Altmark

Die SHG „Muskel-Treff-Altmark“ zählt ohne Birgit Timmer als Kontaktperson zur bundesweiten Gesellschaft insgesamt 16 Betroffene. „Es hat sich ein ,fester Kern’ gebildet und am letzten Sonnabend konnten wir ein neues Mitglied begrüßen“, berichtet die Bismarkerin von der jüngsten Zusammenkunft, der insgesamt dritten seit der Gründung im Landratsamt 2015.

Barrierefreies Treffen

Während der Treffen haben die Mitglieder nicht nur die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen. Sie sind auch daran interessiert, etwas über Hilfsangebote zu erfahren: „Die Planung sieht vor, zu den nächsten Treffen Referenten aus dem Landesverwaltungsamt (zum Beispiel Antrag auf Schwerbehinderung) und Mediziner (Stand der Diagnostik und Behandlung von Muskelerkrankungen) zu gewinnen. Auch ein gemeinsames Treffen mit der SHG in Magdeburg steht auf dem Plan.“ Einfach war es am Anfang nicht, einen geeigneten Platz für die Treffen, die alle zwei bis drei Monate über die Bühne gehen sollen, zu finden. Aus diesem Grund möchte sich Timmer bei Cornelia Lucklum bedanken, die die barrierefreie Stadtbibliothek in Tangermünde als Treffpunkt angeboten hat.

Von Alexander Postolache

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