Verwaltung fordert Schul-Neubau: Standortsuche läuft

Bildungsstätte an der Petrikirche hoffnungslos veraltet und überfüllt

+
Veraltet und überfüllt: Die Verwaltung schlägt anstelle der Sanierung einen kompletten Neubau der Grundschule „Petrikirchhof“ vor. Das würde rund 3,5 Millionen Euro kosten. Fördermittel gebe es nicht, auch ein Standort wird noch gesucht.

Stendal. Es ist ein gewaltiger Batzen, der bald auf die Stadt zukommen könnte. Denn die Grundschule „Petrikirchhof“ ist hoffnungslos veraltet und überfüllt (AZ berichtete).

In einem Variantenvergleich, der am Dienstag im städtischen Schulausschuss besprochen wurde, gibt die Verwaltung einem kompletten Neubau der Schule den Vorzug. Das würde Kosten in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro bedeuten – ohne eventuell anfallende Grunderwerbskosten. Und ein Schulneubau würde durch kein Förderprogramm des Bundes oder Landes gefördert, wie es vom zuständigen Fachamt heißt. Die Kosten müssten allein vom städtischen Haushalt getragen werden.

„Die Schule und der Hort sind für die Kinderzahlen zu klein, der Zustand der Immobilie ist stark sanierungsbedürftig. Hier muss schnell eine Lösung gefunden werden“, lautet die Information der Verwaltung. Die neue Schule solle zudem eine höhere Schülerzahl aufweisen als die aktuelle Bildungseinrichtung. Momentan werden an der Petrikirche über 130 Erst- bis Viertklässler unterrichtet. „Wenn der Schulneubau der Petrikirchschule etwa 160 Plätze bereitstellen würde, wären damit die Hortprobleme an der Grundschule Nord ebenfalls beseitigt.“ So könnte die Verwaltung zusätzlich sicherstellen, dass die neue Petrikirchhof-Grundschule auch in den kommenden Jahren über genügend Plätze verfügt.

Doch ein großes Problem, neben der Frage der Finanzierung, hat die Stadtverwaltung nach wie vor. Wo gibt es im Innenstadtbereich ein rund 5000 Quadratmeter großes Grundstück, auf dem eine Grundschule gebaut werden kann? Zurzeit werden Hartungs- und Nordwall geprüft, dort stünden möglicherweise denkmalschutzrechtliche Bedenken einem Bau im Weg. „Das Grundstück des jetzigen Bauhofes steht nicht kurzfristig zur Verfügung und könnte auch Altlastenprobleme haben“, so der Bericht des Fachamtes. Der Bauhof ist momentan noch am Uchtewall beheimatet, zieht aber parallel an die Arneburger Straße.

Auch der Bruchweg wäre ein geeigneter Standort – dort stehen allerdings nicht ausreichend Grundstücke in städtischem Besitz zur Verfügung. „Ein weiterer Standort könnte die Bahnfläche hinter der Sporthalle Haferbreite sein. Hier werden Verhandlungen mit der Deutschen Bahn geführt“, informiert die Verwaltung. Weitere Möglichkeiten sind das ehemalige Freibad an der Osterburger Straße, welches bereits der Stadt gehört, oder Grundstücke hinter der Feuerwache an der Von-Schill-Straße. Hier müssten allerdings noch Gespräche mit den Eigentümern geführt werden. Für wie viel Geld das Grundstück an der Petrikirche veräußert werden kann, steht momentan noch nicht fest.

Sollte diese Variante in den Fachausschüssen aber keine Mehrheit finden oder sich als nicht praktikabel erweisen, plant die Verwaltung, die Grundschule „Petrikirchhof“ zu sanieren sowie die dritte Etage der Ganztagsgrundschule an der Goethestraße mitzunutzen. Die Kosten hierfür liegen bei rund 1,3 Millionen Euro. Das letzte Wort in dieser Debatte hat wie immer der Stendaler Stadtrat.

Von Mike Höpfner

Kommentare