Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM) über die Folgen des Milchprodukte-Verzichts

Wie der Vegan-Trend im Kuhstall Sorgen macht

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Der Betrieb in Schwarzholz wird auf Ökowirtschaft umgestellt. Ab Oktober liefert er Bio-Milch.

Schwarzholz/Altmark. Der Kult um das Essverhalten angeblich kluger Köpfe oder kränklicher Körnerfresser ist zwar schon 2013 zum „Megatrend“ der Ernährungskultur erklärt worden.

In der Altmark nimmt die Debatte um fleischlose Kost Fahrt auf, seitdem beim „AltmarkMacher“-Festival Mitte Juni der gebürtige Salzwedeler Jan Bredack als Boss von Europas größter veganer Supermarktkette Landwirten der Region empfahl, mit Anbau von Wirsing für Kohl-Chips von der veganen Mode zu profitieren.

Der Vegan-Trend könnte auch Milchbauer Peter Schuchmann schaden.

Auch für den Landesvorsitzenden des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM) ist der Trend ein ernstes Thema. „Das Schlimmste für den Milchbauern ist es, wenn der Vegetarier zum Veganer wird“, sagt Peter Schuchmann. Der Wahl-Altmärker mit hessischen Wurzeln stellt seinen Betrieb im Hohenberg-Krusemarker Ortsteil Schwarzholz gerade auf Ökowirtschaft um. Der Prozess sei seit Mitte vorigen Jahres in Gang. Ab Oktober will er Bio-Milch liefern und damit in einem Segment mitmischen, in dem die Kollegen oftmals „ziemlich tiefenentspannt“ seien, verweist Schuchmann auf Beispiele in seiner Nachbarschaft. 220 Milchkühe stehen im Stall des Milchbauern. Und die müssten auch nicht permanent volle Pulle leisten. „Man kann ja nicht sein ganzes Leben 120 Prozent bringen“, erklärt der Chef von sieben Mitarbeitern.

Seine Angestellten zahle Schuchmann den Mindestlohn, auch wenn er deshalb Schwierigkeiten mit der Bank habe. Diese werfe ihm vor, er habe noch zu viel Personal. „Wenn aber 30 000 Euro Lohnkosten für ein Jahr schon zuviel sind, dann können wir den Betrieb doch auch gleich ganz zumachen“, ärgert sich der Milchbauer. Und stellt klar: „Meine Mitarbeiter sind mein wichtigstes Kapital.“

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