Stendal: Gebäude ist erst zehn Jahre alt

Undichtes Dach an der Juri-Gagarin-Schule

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Das Dach der Grundschule „Juri Gagarin“ muss neu gemacht werden. Das wird mindestens 160 000 Euro kosten.

Stendal. Sie gilt als eine Vorzeigeschule in der Rolandstadt. Doch an der Grundschule „Juri Gagarin“ in Stadtsee gibt es Sanierungsbedarf. Obwohl der Bau noch nicht allzu lange her ist, muss das Dach der Bildungseinrichtung schon erneuert werden.

„Aus einem Gutachten geht hervor, dass sich das Dach als nicht sicher und langfristig als nicht haltbar erwiesen hat“, sagt Stadtsprecher Klaus Ortmann. Es habe „an ein paar Stellen durchgetropft“. Daraufhin sei das Flachdach, welches zusätzlich eine dämmende Zwischenschicht besitzt, näher untersucht worden. Die aufsteigende Wärme von unten aus dem Gebäude müsse von der kühleren Luft oberhalb des Daches getrennt werden, damit keine Feuchtigkeit entstehen kann. „Daran hapert es. Der Schaden liegt nicht an mangelhafter Verarbeitung, sondern daran, dass das zugrunde liegende Konzept in diesem Fall einfach nicht funktioniert.“ So müsse das komplette Schuldach neu gemacht werden.

Der Bau der Schule begann 2004, die Abnahme erfolgte ein Jahr später. „Das sind gute zehn Jahre, eigentlich sollte so ein Dach ja rund 30 Jahre halten“, so der Stadtsprecher. Auch die Reparaturkosten sind noch einmal gestiegen. Was einst in der Bauplanung veranschlagt war, müsse nun um einige Dinge aus dem Gutachten erweitert werden. Ortmann: „Damit liegen wir deutlich über 160 000 Euro.“ Ein endgültiges Kostenkonzept liege zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht vor.

Daher habe es seitens der Stadtrats-Fraktionen bereits die Forderung gegeben her-auszufinden, was die Ursache dafür ist. „Ich möchte, dass das Gutachten unserer Fraktion vorgelegt wird und der entsprechende Gutachter darüber sowohl im Ausschuss für Stadtentwicklung als auch im Wirtschaftsförderungs- und Vergabeausschuss Bericht erstattet“, fordert Joachim Röxe, Vorsitzender der Fraktion „Die Linke – Bündnis 90/Die Grünen“. Zudem verlangt Röxe Informationen darüber, ob der ausführende Architekt oder Planer für die entstandenen Schäden haftet.

Das Gutachten liegt der Stadtverwaltung vor und wird momentan ausgewertet. Gesundheitliche Konsequenzen für die Grundschulknirpse seien nicht zu befürchten. „Für den Schulbetrieb ist das undichte Dach völlig belanglos“, stellt Ortmann klar. Um einen reibungslosen Ablauf der Reparaturarbeiten zu gewährleisten, soll das Dach in der Ferienzeit instandgesetzt werden. Es hat auch bereits eine Ausschreibung gegeben, mithilfe derer ein ausführendes Bauunternehmen gefunden werden soll, wie Ortmann der AZ weiter mitteilt.

Von Mike Höpfner

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