„Bridge of Spies – Der Unterhändler“

Ehemaliger Stendaler Schauspieler über Dreh mit Tom Hanks und Steven Spielberg

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Maik Rogge mit dem Hollywood-Titan Tom Hanks am Dreh von „Bridge of Spies“. Der sei ein sehr bodenständiger, freundlicher Typ, findet der ehemalige Stendaler Schauspieler.

Stendal. Mit Beginn der neuen Spielzeit wechseln in einem Theater auch Schauspieler-Posten. Augenfällig ist, dass etwa Maik Rogge, der in einem Tatort den Bösewicht spielte (AZ berichtete), fehlt.

Rogge ist ans Theater Würzburg gewechselt. Im Dezember nun kann man ihn auch im Kino sehen. Zwar mit einer Mini-Rolle – aber immerhin an der Seite des doppelten Oscar-Preisträgers Tom Hanks. Die AZ hat mit ihm gesprochen.

AZ-Interview

Wie geht es Ihnen in Würzburg?

Super! Ich bin gleich in der Produktion eingebunden worden und spiele jetzt in dem Stück „Märtyrer“ von Marius von Mayenburg die Hauptrolle. Dabei geht es um einen Jugendlichen, der anfängt, immer fanatischer die Bibel zu zitieren, um sich über andere stellen zu können. Das richtet sich schließlich auch gegen Juden.

Am 10. Dezember kommt nun in Deutschland der Film „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ heraus. Regie führte Steven Spielberg, und neben Tom Hanks spielen auch Sie mit. Sie spielen zwar nur eine sehr kleine Rolle. Aber wie sind Sie da dran gekommen? 

Über meine Agentur, die hatte eine Anfrage bekommen, und ich hatte dann die Gelegenheit, mich vorzustellen. Ich war da gerade in Spanien und habe einen kurzen Clip gedreht. Und das hat geklappt.

Sie spielen einen deutschen Grenzsoldaten. War da auch entscheidend, dass Sie groß und blond sind? 

Ja, sicher, das mag schon sein.

Das ist ja relativ stereotyp: Man will einen Deutschen darstellen, also nimmt man sich einen großen Blonden?

Von meinen Sehgewohnheiten her stimmt das wohl. Allerdings war es nicht so ein künstliches „Deutschen“-Bild, wie man es sich vielleicht von amerikanischen Produktionen vorstellt - gedreht wurde beispielsweise in Berlin selbst.

Sie würden auch bei weiteren amerikanischen Produktionen mitspielen wollen?

Sehr gern. Ich habe Interesse daran, wie man dort Filme macht - und ich habe immer großes Interesse an anderen Ländern und Sprachen.

Heißt das, dass wir Sie möglicherweise noch in weiteren „Uniformrollen“ sehen könnten? 

Es werden sicher nicht nur solche typischen Rollen sein. Ich war auch bereits sehr nah an einem Engagement dran, bei dem es nicht um meine Größe, die blonden Haare und die blauen Augen ging. Leider hat es sehr knapp nicht geklappt. Und selbst wenn ich zwei, drei Mal eine solche Uniformrolle spiele – auch das bietet die Möglichkeit, darüber hinaus wahrgenommen zu werden.

Und Sie haben mit Tom Hanks gedreht...

Ja, das war sehr aufregend! Wir haben während der Szene gewissermaßen den „Schalter umgedreht“, um konzentriert in unserer Rolle zu sein. Er ist ein sehr entspannter Kollege, und auch außerhalb des konzentrierten Drehens ist er dann ein sehr sympathischer Mann.

Und Sie haben ihn natürlich um ein Selfie gebeten?

Ja, schon. Natürlich.

Hanks wird das gewohnt sein.

Ja, es gab natürlich mehrere, die ein Sefie wollten. Aber Hanks ist deshalb nicht abgehoben, er ist ganz auf dem Boden geblieben.

Und Spielberg?

Es war auch sehr inspirierend, mit ihm zu arbeiten. Ich hatte ja nun wirklich nur eine sehr kleine Rolle, aber es kommen natürlich Phantasien auf, wie es wäre, von ihm „entdeckt“ zu werden. Bemerkenswert fand ich die Routine, mit der er gearbeitet hat. Ich vermute, als er „E.T.“ gedreht hat, war er noch um einiges nervöser als heute. Er war sehr abgeklärt und ruhig. Und er hat auch die jungen Darsteller trotz seiner Laufbahn sehr ernst genommen. Er war aufmerksam für Anregungen, man hatte das Gefühl, man unterhält sich auf Augenhöhe mit ihm.

Komplettieren Sie mal: Jürgen Prochnow, Til Schweiger, Sebastian Koch...

... und Rogge oder was? (lacht) Sie meinen, weil die drei es in Hollywood zu einem bestimmten Ruhm geschafft haben? Na, wenn ich der nächste wär, das wäre natürlich schön.

Kann man sagen, das TdA ist eine Art Sprungbrett für Darsteller?

Auf jeden Fall. Es ist eines der kleineren Theater in Deutschland, hat aber einen sehr hohen Anspruch. Es ist gut, sich dort als junger Schauspieler auszuprobieren. Schauspieler können sich dort beweisen und zeigen, dass sie Potenzial haben.

Von Kai Hasse

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