Ehemaliger Vorstand in Stendal klagt um seine Bezüge

Umstrittener Ex-Sparkassenchef: Burmeisters Rente scheint sicher

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Dieter Burmeisters Prozess steht vor dem Ende.

Stendal. Dieter Burmeister, der ehemalige Sparkassenchef in Stendal, konnte heute im Landgericht aufatmen. Seine Rente scheint auch nach dem Sparkassen-Skandal sicher zu sein.

Im Zivilprozess, in dem er gegen die Bank um seine Altersbezüge und gegen eine Schadenersatzforderung im Nachgang des Skandals (AZ berichtete) kämpft, gab es gestern eine große Entlastung für ihn: Seine Rente scheint sicher und außerdem hat die Sparkasse den Verzicht auf einen Großteil der Schadenersatzforderungen angemeldet.

Burmeister, dem erhebliche Pflichtverletzungen, Kontrollmängel und Verschwendung von Sparkassen-Mitteln vorgeworfen werden, soll als Schadenersatz nur noch gut 200 000 der ursprünglich 900 000 geforderten Euro zahlen. Ein Urteil in dem Prozess wird demnächst erwartet.

Das Gericht um die Vorsitzende Richterin Haide Sonnenberg machte schon gestern deutlich, wie der Hase dann laufen wird: Die fristlose Kündigung durch die Sparkasse, gegen die Burmeister sich wehrt, ist nach der derzeitigen Auffassung gerechtfertigt. Der Widerruf der Versorgungszusage, also der Rente, ist nicht gerechtfertigt. Es bleibt der Schadenersatzanspruch. Burmeisters Seite wie die der Sparkasse hatten dem gestern nichts hinzuzufügen. So steht in Aussicht, dass es zum nächsten Termin im August auch zu einem entsprechenden Urteil kommen wird.

Gestern ging es derweil nur noch um die letzte Beweisaufnahme: Ein Wirtschaftsprüfer, der die Sparkasse in den Jahren 2013 und 2014 unter die Lupe genommen hatte, und eine Sachbearbeiterin, die die Berichte des Prüfers bearbeitete, wurden nach ihren Arbeitsstunden befragt – um entstandenen Schaden zu ermitteln. Sonnenberg machte nochmals unmissverständlich klar, dass der in der Vergangenheit viel beachtete Weinkeller – laut Burmeister ein „Treffpunkt für Top-Kunden“ – kaum ein solcher Topp-Treffpunkt war. Er liegt am Ende eines dunklen Kellerganges hinter einer Stahltür. Die Einrichtung sei gemütlich, aber nicht gehobenen Standards.

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