Zahlen geben dem Tourismusverband Altmark Rätsel auf

Übernachtungsbilanz: Statistiker vergleichen Äpfel mit Birnen

+
Die BUGA war für die Altmark ein Gästemagnet.

ct Altmark / Halle. „Traue keiner Statistik“, warnte schon Winston Churchill. Und so rechnete Mandy Hodum, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Altmark, nach, als ihr die Halbjahresbilanz des Statistischen Landesamtes auf den Tisch flatterte.

Die weist einen Rückgang der Übernachtungen in der Reiseregion Altmark um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum aus.

„Das wäre immer noch ein Superwert angesichts der Tatsache, dass wir im vergangenen Jahr mit der BUGA einen enormen Gästeansturm hatten“, sagt Hodum. Dennoch kam sie beim genauen Vergleich der Veröffentlichungen des Statistischen Landesamtes auf ein anderes, noch besseres Resultat. Genau 269 074 Übernachtungen wies dessen Monatserhebung Tourismus für den Zeitraum Januar bis Juni 2015 aus. Im gleichen Zeitraum 2016 sind 269 475 Übernachtungen für die Altmark verzeichnet. „Das sind 401 mehr und nicht 0,1 Prozent weniger“, wundert sich die Touristikerin. Haben sich die Statistiker etwa vertan?

Natürlich nicht! „Bei der Übernachtungszahl vom 1. Halbjahr 2015 handelt es sich um eine vorläufige Angabe. Die endgültige Zahl lautet 269 874. Damit ergibt sich eine Veränderung vom ersten Halbjahr 2016 zum gleichen Vorjahreszeitraum von -0,1 Prozent“, macht Jana Richter-Grünewald, Dezernatsleiterin Öffentlichkeitsarbeit der Hallenser Behörde, auf AZ-Nachfrage eine andere Rechnung auf. Damit stimmt zumindest wieder der Wert. Über die Aussagekraft dieser Erhebung spricht das aber auch Bände. Denn es werden die vorläufigen Zahlen 2016 mit den endgültigen Zahlen 2015, also letztlich Äpfel mit Birnen, verglichen. Vielleicht ergibt die endgültige Bilanz für 2016 wieder ein anderes Bild? Wie dem auch sei. Hodum will die Zahlen nicht auf die Goldwaage legen. Die Bilanz zeige zumindest: Obwohl weniger Ankünfte registriert wurden (minus vier Prozent), sind die Übernachtungen annähernd gleich geblieben. Die Gäste bleiben also länger. „Das überrascht nach dem BUGA-Boom und freut uns sehr“, schmunzelt sie. Ansonsten will es Geschäftsführerin Mandy Hodum weiterhin mit dem guten alten Churchill halten: „Traue keiner Statistik!“

Kommentare