Typisierung zur Hilfe von Leukämie-Patienten in der Grundschule Nord / Gutzeit: „Bin platt“

Hilfe für Ronny: Über 500 Stendaler wollen spenden

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Organisatorin Stephanie Gutzeit (l.) freut sich mit ihren Helfern über die zahlreich erschienen Spendewilligen in der Grundschule Nord.

Stendal. „Ich bin schon platt, dass es so viele Spender geworden sind. Aber natürlich hab ich das gehofft“, freut sich Stephanie Gutzeit über die große Resonanz auf die von ihr gestartete Typisierungsaktion am Samstag in der Grundschule Nord.

„Um 12 Uhr waren es schon 300 Menschen. “ Laut dem medizinischen Fachpersonal haben sich bis in die Nachmittagsstunden über 500 potenzielle Knochenmarkspender registrieren lassen. Stephanie Gutzeits Ehemann, Ronny Gutzeit (33), leidet seit August an akuter lymphatischer Leukämie. Seitdem liegt der zweifache Familienvater im Magdeburger Universitätsklinikum – und wartet auf einen passenden Stammzellen-Spender.

Angestellte des Universitätsklinikums Magdeburg kümmerten sich um die Formalitäten. Über 500 Spender registrierten sich bis zum Nachmittag.

Seit August hat Stephanie Gutzeit viel unternommen, um auf das Schicksal ihres Mannes und das vieler anderer Betroffener aufmerksam zu machen. „Wir haben insgesamt 19 500 Flyer verteilt und vor allem in sozialen Netzwerken ganz viel Werbung für die Aktion gemacht“, berichtet die Ehefrau und Mutter im AZ-Gespräch. Ronny Gutzeit selbst schaffte es sogar, kurzzeitig selbst in der Grundschule an der Bergstraße vorbeizuschauen. „Mein Mann war vorhin da. Er ist stabil. Diese Formulierung ist ihm wichtig“, sagt Stephanie Gutzeit. Der Strom an Spendern schien auch eine knappe halbe Stunde vor dem Ende der Aktion nicht abzureißen. „Es fließen immer wieder neue Leute rein.“ Beide Kinder des Ehepaares besuchen die Grundschule. Über einen Elternbrief seien alle Eltern über die Aktion in Kenntnis gesetzt worden. „Vom Kuchenbufett sind wir auf 5000 Spender vorbereitet“, scherzt Stephanie Gutzeit.

Nur ein kleiner Pikser: Die Blutentnahme ist Sekundensache, kann aber Leben retten.

Leukämie beschreibt die Bildung von funktionsuntüchtigen Zellen der weißen Blutkörperchen. „Und es geht bei der Spende nicht an das Rückenmark“, so die Mutter zweier Kinder im Alter von sechs und zehn Jahren. Denn selbst die eigentliche Knochenmarkspende wird nicht aus dem Rückenmark, sondern aus dem Beckenkamm entnommen. „Die entnommene Menge an Knochenmarkzellen wird im Körper innerhalb weniger Wochen nachgebildet“, heißt es in einem Info-Flyer des Uni-Klinikums.

Von Mike Höpfner

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