Neuer Sonderplan lässt „Unsicherheitsfaktor Iden“ erstmal außen vor

Trumpfs Machtwort bändigt Sturm um neue Windräder

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Arneburg-Goldbecks neuer Windflächen-Plan lässt den Idener Windpark erstmal außen vor. Das rund 20 Hektar große Gebiet liegt an der Landstraße bei Busch.

Goldbeck / Iden. „Dann geht das alles wieder von vorne los“, macht Hohenberg-Krusemarks Bürgermeister Dirk Kautz am Montagabend im Verbandsgemeinderat dicke Backen.

Bauamtsleiterin Simone Kuhlmann hatte vorsorglich „Brisanz“ angekündigt, denn Arneburg-Goldbecks neuester Wind-Flächenplan stand zum Beschluss.

Das Papier erlaubt neue Windräder auf den drei Sondergebieten Petersmark, Baben /Bertkow / Hohenberg-Krusemark und Arneburg / Hassel. Aber es enthält nicht das seit fünf Jahren zur Diskussion stehende, neue Windgebiet innerhalb des geplanten Schutzgebiets Iden. Dabei hatte der Gemeinderat dort schon im Juni 2011 für den Bau eines Windparks mit fünf jeweils über 100 Meter hohen Anlagen gestimmt, die an der Straße von Busch nach Hindenburg entstehen sollen.

Damals sei der Gemeinde auch noch versprochen worden, sie könne bei Bedarf aus dem Landschaftsschutzgebiet austreten, erinnerte Verbandsratschef Norbert Kuhlmann als Bürgermeister von Iden. Mit acht Ja- und vier Nein-Stimmen war die Ausweisung der Sonderfläche damals beschlossen worden. Seinerzeit existierte die Schutzzone auch noch als einstweilig gesicherte Fläche. „Wir wollen, dass das Windgebiet in den Plan eingearbeitet wird“, bekräftigte Kuhlmann in der Sitzung im Goldbecker Verwaltungsamtssaal. Und er betonte: „Die Gemeinde Iden will in dem betreffenden Gebiet keinen Landschaftsschutz.“

So kommt in der etwa halbstündigen Winddebatte kräftig Sturm auf, der erst durch das Machtwort des Verbandsgemeinde-Bürgermeisters zu bändigen ist. „Ich muss eingreifen“, drängt Eike Trumpf zum Beschluss des Windplans noch an dem Abend, weil ansonsten „Investitionen in den Gemeinden“ verzögert würden. Die Angelegenheit zu vertagen und damit der Empfehlung seiner Bauamtsleiterin zu folgen, koste „mindestens ein halbes Jahr Zeit“. Bis die Regionalversammlung wieder tagen würde, vergingen Monate.

Außerdem habe der Investor des geplanten Windparks in einer E-Mail an Trumpf versichert, dass er nichts dagegen habe, dass der neue Plan erstmals ohne das Idener Gebiet verabschiedet wird. Eine Erweiterung um den neuen Windpark sei später durch eine Änderung möglich, erläuterte der Verbandsgemeinde-Bürgermeister das weitere Vorgehen. Trumpf: „Wenn wir jetzt nicht beschließen, können wir frühestens im Sommer 2017 wieder entscheiden.“

„Das wird zu Missstimmungen führen. Es kann keiner sagen, was wird“, gab die Bauamtsleiterin zu bedenken. Ihr Chef schätzt den neuen Windpark derzeit aber als „Unsicherheitsfaktor Iden“ ein, da er momentan nicht genehmigungsfähig sei. Und genau das müsse die Amtsleiterin dann auch so sagen, schimpfte Trumpf.

Der Rat ließ sich davon offensichtlich überzeugen. Elf von 15 Mitgliedern stimmten mit Ja. Es gab zwei Enthaltungen. Idens Bürgermeister votierte als einziger mit Nein. Auch Ratsherr Michael Dihlmann blieb außen vor. Als Eigentümer der betreffenden Fläche galt für ihn ein Mitwirkungsverbot.

Für den Beschluss hatte letztlich auch das Eichstedter Ortsoberhaupt geworben. „Wir sitzen auch auf dem Trockenen“, verwies Bürgermeister Karlheinz Schwerin auf das Beispiel eines Betroffenen aus Baben. Dieser warte dringend darauf, dass der Plan in Kraft tritt, um neue Windräder zu bauen.

Ab 8. April liegt der Plan im Goldbecker Verwaltungsamt aus. Bis Anfang Mai können Einwände eingereicht werden.

Von Antje Mahrhold

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