Kreis spricht von „massivem Befall“

Trichinen bei Schwarzwild in Stendal entdeckt

Jedes erlegte Stück Schwarzwild muss untersucht werden.

Stendal. Bei zwei Wildschweinen ist ein massiver Trichinen-Befall festgestellt worden. Die Parasiten sitzen in der Muskulatur und können beim Menschen schwere chronische Erkrankungen oder Infektionen mit Todesfolge hervorrufen.

Entdeckt wurden diese äußerst seltenen Fadenwürmer im Labor für veterinärmedizinische Untersuchungen des Landkreises Stendal in Seehausen. Die Proben stammen von zwei Schwarzkitteln aus dem benachbarten Mecklenburg-Vorpommern.

Der Landkreis weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass die Untersuchung auf Trichinen Pflicht ist. Dabei sei es völlig egal, ob das vom Jäger erlegte Wildschwein verkauft oder selbst verzehrt wird und ob es sich um einen Frischling oder ein ausgewachsenes Stück Schwarzwild handelt. Das heißt: Jäger müssen Proben aus der Muskulatur der erlegten Wildschweine auf Trichinen untersuchen lassen. Wenn sie Wildfleisch vermarkten wollen, müssen sie außerdem geschult und damit eine „kundige Person“ in Sachen Wildbrethygiene und Verbraucherschutz sein und einen Zerlegeraum haben, der beim Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt registriert sein muss.

In den Jagdrevieren des Landkreises Stendal werden insgesamt ca. 120 000 Kilo Wildbret pro Jahr erzeugt.

Von Ulrike Meineke

Kommentare