Altmärker spielten beim Sachsen-Anhalt-Tag in Sangerhausen wichtige Rolle

Bei den Treffenfelds gab es „Schläge“ für Haseloff

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Die Altmärker kommen: Die Region im Norden des Landes Sachsen-Anhalt war mit insgesamt rund 300 Teilnehmern beim Landesfest in Sangerhausen dabei.

Sangerhausen. Jetzt ist es raus! „Ich finde die 'Grüne Wiese' gut“, bekannte Ministerpräsident Reiner Haseloff auf dem Sachsen-Anhalt-Tag in Sangerhausen.

Clown Tommi begeisterte das Publikum. Auf seinem Mini-Fahrrad hatte er mächtig zu strampeln.

Das Thema rufe bei ihm positive Emotionen wach. Als Kind habe er selbst grüne Wiesen gemäht. An den betörenden Duft des frischen Grases erinnere er sich noch gut, berichtete der Regierungschef. Das Foto mit der „Kampagnenbrille“ war ihm dann wohl doch etwas peinlich. „Nur für seriöse Zwecke verwenden“, rief er dem Reporter zu.

Die Volkstanzgruppe Iden und die anderen altmärkischen Heimat- und Tanzvereine brachten Farbe in den Festumzug.

Mehr als 100 000 Besucher wurden beim 20. Sachsen-Anhalt-Tag in Sangerhausen gezählt. Er stand unter dem Motto „Sachsen-Anhalt trifft Rose“. Der Festumzug war rekordverdächtig. Er dauerte fast vier Stunden. Die Altmark hatte eine besondere Rolle. Sie war sozusagen Gastgeber für die Gastgeber. Sangerhausens Bürgermeister Ralf Poschmann und Reiner Haseloff (beide CDU) sowie Landrätin Angelika Klein (Linke) begrüßten gemeinsam mit Ehrengästen die Teilnehmer des Festumzuges von der Bühne im „Altmärkischen Dorf“. Sicher und schlagfertig präsentierte Moderatorin Conny Walnsch bei mehr als 30 Grad im Schatten die zahlreichen Bilder. Insgesamt mehr als 4000 Mitwirkende nahmen am Umzug teil. Mit dabei altmärkische Originale, wie die Stendaler Sperlingsida und ihr „heimliches Verhältnis“ der Roland oder die Salzwedeler Stadtwache. Heimatvereine, Musik- und Trachtengruppen präsentierten die Altmark von der besten Seite. Im Regionaldorf wurden kulinarische und kulturelle Genüsse gereicht. Dass es diesmal etwas weniger altmärkische Teilnehmer als sonst waren, lag wohl zum einen sicherlich an der bislang weitesten Anreise für die Vertreter aus dem Norden des Landes. Außerdem wurde am gleichen Wochenende das Tangermünder Burgfest gefeiert. Kaiser Karl IV. und seine „Untertanen“ hatten somit einen anderen Termin.

Erwischt: Der Stendaler Roland, seine Sperlings-Ida und die Mitglieder des SCV 1975 traten diesmal nicht selbst in die Pedale.

Bunt ging es in den malerischen Gassen der Bergbau- und Rosenstadt dennoch zu. Mittendrin ein bunter Haufen von Rittern, Landsknechten und Marketenderinnen aus der Altmark. Die „Treffenfelds“ waren in Sangerhausen zum 19. Mal auf einem Landesfest dabei. Der Verein, der den Namen des altmärkischen Reitergenerals Joachim Hennings von Treffenfeld trägt, wurde 1998 gegründet. Seinen Sitz hat er in dessen Geburtsort Könnigde (heute Ortsteil von Bismark). Mitglieder kommen aber auch aus anderen Orten.

Bei den Treffenfelds: Vorsitzender Harald Schulze (l.) hatte Reiner Haseloff und Ehefrau Gabriele auf einen Schlag Suppe eingeladen.

Nach der fünf Kilometer langen Umzugsrunde war nur eine kurze Erholungspause angesagt, denn anschließend wurde zum Festgelage geladen. Die Gäste konnten sich Bratwurst und Kasslerbroilerkeulen schmecken lassen. Auch der Ministerpräsident schaute mit Ehefrau Gabriele auf ein paar „Schläge“ herzhafter altmärkischer Kartoffelsuppe und ein kühles Radler vorbei. Letzteres hatte er bitter nötig, denn: „Die Suppe war so heiß, dass selbst der Plastelöffel geschmolzen ist“, scherzte Haseloff.

Eine der jüngsten Teilnehmerinnen: Ellamartha aus Salzwedel (7 Monate) auf dem Arm von Simone Franz.

Im nächsten Jahr geht es aus Anlass des 500. Jahrestages der Reformation in Luthers Geburts- und Sterbeort Eisleben, wo vom 16. bis 18. Juni 2017 der Sachsen-Anhalt-Tag gefeiert wird. Für 2018 steht der Gastgeber des Sachsen-Anhalt-Tages noch nicht fest. Eigentlich wäre ja mal wieder der Norden des Landes dran. Nach Stendal (1997), Osterburg (2007), Gardelegen (2011) könnte Tangermünde Gastgeber sein. Immerhin hat die Kaiserstadt reichlich Burg-Festerfahrung.

Für 2022 läuft sich erneut Stendal warm. Dann begeht die größte Stadt der Altmark den 1000. Jahrestag der ersten urkundlichen Erwähnung. Eine formlose Bewerbung für das Landesfest ist raus.

Von Christian Wohlt

Die Altmark auf dem Sachsen-Anhalt-Tag

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