Gäste sind Nutzer des „Cityguide“ / Macher wollen Firmen begeistern

Stendal-Touristen zeigen digitales App-Interesse

+
Vor allem Touristen sind Nutzer der „Stendal App“. Die Herausgeber wünschen sich noch weitere Beteiligung.

Stendal. Vier Jahre „Stendal App“: „Habe in der Altmark einen Reiturlaub gemacht und konnte mich mit dem Cityguide sehr gut orientieren. Danke, macht weiter so“, schreibt ein Nutzer in einer Rezension. Ein anderer freut sich über die einfache Bedienung.

Es gibt nur einen kritischen Kommentar im App-Store, in dem der Schreiber die App „einfach nur grausam“ findet, ohne ins Detail zu gehen.

„Wir bekommen regelmäßig ein positives Feedback von den Touristen“, sagt Matthias Neumann, Veranstaltungsmanagement und Tourismus der Hansestadt Stendal. Einige Busse halten besonders an den Wochenenden in der Rolandstadt. Touristen steigen aus, um sich auf die Spuren der Backsteingotik zu begeben. Wer ein Smartphone besitzt, kann sich seit dem Jahr 2012 mithilfe der App über verschiedene Angebote informieren. Ein „Stadtfilm“ zeigt Impressionen. Unterkünfte, Sehenswürdigkeiten, Informationen zu Stadtführungen, Ausflugsziele in der Region, Kurzinformationen von Museen, dem Theater, zum Kino werden präsentiert. Und auch für Bürger der Stadt gibt es einige Punkte, die von Interesse sein dürften – Stichworte: Bildung, Gesundheit, Handwerk, Verkehr oder Sport. Das alles ist praktisch.

„Sowohl bei Google play als auch im App-Store liegt der Cityguide Stendal an erster Position“, schreibt Sabine Lindenau, von der die App herausgebenden ehs-Verlags GmbH, auf AZ-Anfrage. Rund 500 000 Aufrufe und über 60 000 Nutzer wurden bisher verzeichnet. Wenn einzig und allein der Ortsname „Stendal“ bei der Suche nach einer passenden App eingegeben wird. Touristen seien die häufigsten Nutzer.

Wer eine Dienstleistung jeglicher Couleur anzubieten hat, könnte sich in der App präsentieren. Der digitale Funke scheint auch im vierten Jahr der „Stendal App“ jedoch noch nicht auf alle, einheimischen Nutzer übergesprungen zu sein.

Ein Eintrag in dieser scheint zwar von Vorteil, „wir informieren allerdings über die Presse, unsere Facebook-Seite und die eigene Homepage über unsere Angebote“, sagte Petra Jatzek vom Stendaler Mad-Club. Die Freizeiteinrichtung ist, wie andere Angebote der Hansestadt auch, mit einem Grundeintrag, welcher den Namen, die Anschrift und eine Telefonnummer beinhaltet, in der App unter „Sport/Freizeit“ zu finden. Sie selbst und auch ihre Kollegen hätten von der App zwar etwas gehört, allerdings diese noch nie genutzt. „Und auch die Jugendlichen haben davon noch nichts berichtet.“ Mehr Inhalt kostet. Und davor scheinen sich vor allem die Unternehmer der Stadt zu scheuen. „Es hapert an der Stelle“, sagte Marketingexperte Neumann weiter. „Ich hatte noch keinen Kunden bei mir, der mein Geschäft aufgrund dieser App gefunden hat“, sagt Schmuck-Designer Johannes Richter auf AZ-Nachfrage. Auch sein Geschäft war im Stichprobentest der AZ mit einem Grundeintrag zu finden. Neukunden stießen digital eher via Google-Suche auf ihn oder andere städtische Händler.

Die Macher der kostenlosen App wollen noch mehr Unternehmer ins Boot holen. Ein Treffen im vergangenen Jahr stieß, wie berichtet, bei den Mitgliedern des Stadtmarketing-Vereins allerdings auf nur mäßiges Interesse.

Von Alexander Postolache

Kommentare