Künstlerpaar: Motive des bekannten Malers und Lehrers kaum noch vorhanden

Tills Farben verschwimmen: Wische ändert ihr Gesicht

Frank Hoche (r.) hat sich bei Hannelore Stoll und Klaus-Joachim Kuhs für die Spurensuche bedankt. Im Kreismuseum kann übrigens nun wieder eine kleine Broschüre über Ferdinand Till erworben werden. Der Museumsleiter hat das Heft noch einmal kurz vorgestellt.

Osterburg / Seehausen. „Die Wische hat in den vielen Jahrzehnten ein anderes Gesicht bekommen. Sie ist nicht mehr die Wische des Ferdinand Till“, weiß Klaus-Joachim Kuhs nach einer monatelangen Spurensuche mit Hannelore Stoll.

Das Künstlerpaar vom Wuster Damm hat die Originalschauplätze des bekannten Malers, Lehrers und Denkmalpflegers besucht und selbst zu Pinsel und Feder gegriffen. Nur wenige Motive seien noch so erhalten, wie sie Till gesehen und auf die Leinwand gebracht hat. „Etliche Höfe sind verfallen oder ganz verschwunden. Stattdessen gibt es vielerorts Windräder, Biogasanlage und anderes mehr“, so Kuhs bei der Eröffnung einer Bilderschau in Osterburg, bei der besonders viele Seehäuser dabei waren.

Till wirkte von 1945 bis 1957 vor allem in der Wische und der Altmärkischen Höhe. Seehäuser Hans-Peter Bodenstein, der sich nicht zuletzt um die romanischen Kirchen in der Altmark verdient gemacht hat, und Wischemaler Günter Lüder kannten und schätzen Till. Frank Hoche, Leiter des Kreismuseums, konnte auch Alt-Landrat Karlheinz Mewes aus Deutsch begrüßen und fand sogar ein Motiv aus diesem Ort an der Wand. Tills Todestag jährt sich am 9. März zum 55. Mal. Das Kreismuseum besitzt inzwischen die meisten Till-Werke deutschlandweit. Seit Mitte der 90er-Jahre finden dort regelmäßig entsprechende Ausstellungen statt. Hoche versichert: „Wir werden das Erbe von Till bewahren.“

Für ihr Projekt sind Stoll und Kuhs viele Hundert Kilometer gefahren, haben das Archiv in Seehausen besucht, den Bestand des Osterburger Museums gesichtet und mit anderen Eigentümern gesprochen. Für das Künstlerpaar ist Till auch von überregionaler Bedeutung. Sein Leben und Schaffen sollte noch bekannter gemacht werden. Seine Motive nachzufühlen und selbst umzusetzen, sei eine angenehme und anspruchsvolle Aufgabe. Die Sonderausstellung „Auf den Spuren von Ferdinand Till“ ist noch bis 20. März in der Breiten Straße 46 aufgebaut. Zu sehen sind hauptsächlich Aquarell, Feder und Mischtechnik. Till hat seine Motive unter anderem auch in Tangermünde und Stendal gefunden. Es können auch Werke gekauft werden. „Allerdings nicht die originalen Arbeiten. Die Till-Werke bleiben natürlich hier im Museum“, ergänzt Hoche sicherheitshalber und schmunzelt.

Von Marco Hertzfeld

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