Betriebe der ehemaligen Holding werden unter anderem Namen weiter betrieben

Nach Straathof-Urteil: Tierrechtler sind skeptisch

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Die ehemalige Straathof-Mastanlage in Gladau (Jerichower Land). Tierrechtler halten das Tierhaltungsverbot für den „Schweinebaron“ für unwirksam, weil seine Ställe inzwischen – wie in Gladau – unter anderem Firmennamen weiter betrieben werden.

Magdeburg / Altmark. Nachdem das Magdeburger Verwaltungsgericht das Tierhaltungsverbot gegen Adrianus Straathof bestätigt hat, „muss dieses Vorbild Schule machen“, findet Oliver Wendenkampf, Geschäftsführer der Umweltorganisation BUND Sachsen-Anhalt.

Der Landrat des Jerichower Landes, Steffen Burchhardt, habe Mut bewiesen, als er im November 2014 das Tierhaltungsverbot gegen den „Schweinebaron“ aus Holland verhängte – zu recht, wie das Gericht jetzt bestätigte. Straathof unterhielt mit Walsleben (bei Osterburg) und Binde (bei Arendsee) auch zwei Schweinemastbetriebe in der Altmark. Auch dort waren immer wieder tierschutzwidrige Zustände angeprangert worden.

Wendenkampf hofft, dass das Urteil zum „Meilenstein mit bundesweiter Auswirkung im Umgang des behördlichen Tierschutzes mit der Tierhaltungsindustrie“ wird.

Als „richtungsweisend für den Tierschutz“ und „ein Stoppzeichen für tierquälerische Haltungsbedingungen“ wertet auch die altmärkische Grünen-Landtagsabgeordnete Dorothea Frederking die Gerichtsentscheidung.

Selbst wenn das Urteil die Schließung aller Betriebe des Straathof-Imperiums in Deutschland bedeuten würde, wäre es „nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, kommentierte gestern die Tierrechtsorganisation Animal Rights Watch (ARIWA), da die Schweineproduktion an sich grausam sei. Die Zustände in Straathof-Anlagen seien schlimm – aber durchschnittlich. Dass ein Tierhaltungsverbot gegen Straathof unwirksam ist, zeige sich auch darin, dass die Betriebe der ehemaligen Straathof-Holding inzwischen unter anderem Namen weiter betrieben werden. Als Beispiel nennt ARIWA den Betrieb in Gladau, der seit fast einem Jahr unter anderem Namen firmiert.

Von Ulrike Meineke

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