Versuch des ADAC: 18-Jährige trinken Alkohol und testen sich dann am Steuer

Test-Trinken für junge Autofahrer: "Damit habe ich nicht gerechnet"

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Die Jugendlichen tranken, bis sie 0,5 Promille intus hatten. Dann ging es auf den Parcours.

kr Stendal. „Irre, wie sich das Fahrverhalten verändert. “ Mit diesem Satz resümierten der Tangermünder Niklas Parade und der Börgitzer Martin Schober ihre Fahrt unter Alkoholeinfluss – unter echtem Alkoholeinfluss.

Die beiden 18-Jährigen nahmen in dieser Woche an einem Trink-Fahr-Versuch des ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club) und des BADS (Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr) auf dem Flugplatz in Stendal-Borstel teil.

Der ADAC hat ein spezielles Fahrtraining entwickelt, bei dem Probanden „erfahren“, welchen Einfluss Alkohol auf das Verhalten im Straßenverkehr hat. Dies testeten zum ersten Mal in der Altmark acht angehende Metallbauer und Mechatroniker der Stendaler Berufsbildenden Schulen I. Sie mussten mindestens sechs Monate im Besitz des Führerscheins sein und durften natürlich keinen Alkohol getrunken haben.

Auf dem Parcours, der im nüchternen Zustand zweimal durchfahren wurde, wendeten die Auszubildenden das zuvor Erlernte an. Gisela Domnick vom ADAC überwachte mit den Kollegen dann das „Saufgelage“ der Jugendlichen. Bier bevorzugten die Teilnehmer, aber auch Mischgetränke konnten konsumiert werden. Das Mittagessen füllte zusätzlich den Magen. Nach etwa 90 Minuten war der gewünschte Alkoholpegel von 0,5 Promille erreicht und es ging auf den Parcours.

Fahrtrainerin Bettina Tiemann fuhr bei jedem Teilnehmer mit und notierte die Fehler und Zeiten. Diese wurden dann verglichen mit den „nüchternen“ Ergebnissen.

Martin Schober sagte vor den zwei Bieren, die er trank: „Ich weiß nicht, was passiert, wie ich fahre und ob ich Fehler mache.“ Vor seiner Testfahrt pustete er 0,58 Promille, fuhr 13 Sekunden schneller und machte elf Fahrfehler. Im nüchternen Zustand fuhr er fehlerfrei. „Erschreckend, es ist ein anderes Fahrgefühl, ich war mir sicher, keine Fehler gemacht zu haben, damit habe ich nicht gerechnet“, sagte er nach der Fahrt.

Ähnliche Erfahrungen machte Niklas Parade, der ebenfalls zwei Bier trank und 0,55 Promille bei seiner Testfahrt intus hatte.

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