Hip-Hop bis Jazz: „Moe van Zee“ sucht Mitstreiter für seinen Szene-Treff

Syrer will in Stendal eine Musikkneipe etablieren

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Er nennt sich „Moe van Zee“: Der 29-jährige Syrer arbeitete in Damaskus als Sound-Ingenieur, DJ und Produzent. In Stendal möchte er einen Szene-Treff aufbauen und sucht nun Gleichgesinnte, die ihn dabei unterstützen.

Stendal. Es gibt Dinge im Leben, die sind hart, aber nicht unmöglich. Davon ist „Moe van Zee“ überzeugt. Vor sieben Monaten kam der junge Syrer nach Stendal.

„Moe van Zee“ ist der Künstlername eines 29-Jährigen, der in Stendal große Pläne hat: Er möchte in der Rolandstadt eine Art Musik-Kneipe etablieren.

Diese Idee basiert auf der Vergangenheit des 29-Jährigen, der in der Hauptstadt Damaskus und in Beirut (Libanon) in ausgewählten Musik-Genres arbeitete. In Damaskus war „Moe van Zee“ DJ, legte in Clubs auf, bei Hochzeiten und anderen Feiern. Als Sound-Ingenieur produzierte er aber auch Musik und unterstützte Künstler in seinem Heimatland. 2011 ging er in den Libanon, arbeite für einen Radiosender und organisierte Reggae- und Hip-Hop-Festivals. Das alles habe damals eher in einem subkulturellen Rahmen, im Untergrund, stattgefunden, sagt „Moe van Zee“.

Ein Anlaufpunkt für den Syrer ist in Stendal das „Welcome Café“ im Theater der Altmark, das ab sofort alle 14 Tage montags Flüchtlinge und interessierte Altmärker zum gemütlichen Beisammensein und Kennenlernen einlädt – auch mit dem Ziel, künstlerisch tätig zu sein. Dieser Anspruch, einen Ort der Vernetzung zu schaffen, passt zum Vorhaben des Syrers. Denn seine Idee, ein „Wohnzimmer der Musik“ zu schaffen, in dem Hip-Hop, Jazz und Dub-step abseits der kommerziellen Diskotheken Platz finden, braucht Unterstützung und Mitstreiter.

„Ich möchte Künstlern, Musikern und DJs vor allem aus den Regionen Stendal und Magdeburg eine Plattform geben“, sagt Moe, mit dem die Unterhaltung am besten auf Englisch funktioniert. Der Mann, der in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber am Möringer Weg lebt, möchte aber auch einen Ort schaffen, an dem Interessierte Neues auf die Ohren bekommen. Das Ganze sei nicht auf Profit, sondern auf Raum für Kunst ausgerichtet.

„Wenn du keine Gegner hast, dann machst du es nicht richtig“

Hat „Moe van Zee“ keine Angst vor dem Gegenwind möglicher Konkurrenz? „Wenn du keine Gegner hast, dann machst du es nicht richtig“, sagt der 29-Jährige. Er will weitere soziale Kontakte knüpfen, Partner für seine Idee finden und eine finanzielle Basis schaffen. Und sich auf die deutsche Sprache konzentrieren.

Seine Fähigkeiten als DJ stellte er am Montagnachmittag beim ersten „Welcome-Café“ einem noch eher kleinen Publikum vor. Dort ist jeder willkommen, seine künstlerischen Fähigkeiten zu zeigen – egal ob Tänzer, Dichter, DJ, Sänger, Maler, Schauspieler, Musiker, Geschichtenerzähler, Journalist oder Fotograf, egal ob Profi oder Amateur. Im lockeren Rahmen des Theatercafés geht es nicht um den perfekten Auftritt, sondern darum, sich durch die Kunst gegenseitig kennenzulernen und auszutauschen.

Näheres zum „Welcome-Café“ können Interessierte im Theater der Altmark Stendal bei Cordula Jung via E-Mail (c.jung@tda-stendal.de) oder telefonisch unter (03931) 63 58 09 erfragen.

Von Alexander Postolache

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