„Wollen einfach Danke sagen“

Syrer, Ägypter und Marokkaner aus der muslimischen Gemeinde Stendals spenden Blut

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Der 27-jährige Syrer Mustafa Shawakh lebt seit einem halben Jahr in Deutschland. Eine Mitarbeiterin des Roten Kreuzes nimmt ihm seine Blutspende ab.

Stendal. „Wir wollen helfen und zeigen, dass wir auch etwas für Deutschland tun“, sagt der Marokkaner Slimane Soulaimani zu seiner Motivation, bei einer DRK-Blutspendeaktion am Hildebrand-Gymnasium mitzumachen.

Rund zehn Männer aus der muslimischen Gemeinde, unter ihnen auch Flüchtlinge, fanden sich dafür am Dienstagnachmittag in den Räumlichkeiten der Schule ein. „Die Leute wollen einfach mal Danke sagen“, sagt auch Dr. Munef Ali, Radio-Onkologe am Johanniter-Krankenhaus. Ali ist Mitglied der muslimischen Gemeinde Stendals. In Zusammenarbeit mit Pfarrer Ulrich Paulsen haben sich Mitglieder der Gemeinde bereit erklärt, den Lebenssaft zu spenden.

Katharina Jabien übernimmt bei Slimane Soulaimani aus Marokko die Voruntersuchung.

Auch der Mediziner hat einen Migrationshintergrund. Ali stammt gebürtig aus Jemen. Er studierte Medizin in Rostock und arbeitet seit 2013 im Rolandstädter Krankenhaus. „Dass diese Menschen hier Blut spenden, ist auch eine Art der Integration“, findet Ali. „Sie wollen etwas geben, obwohl sie kaum etwas haben. Sie wissen, dass Blutspende ein Weg sein kann, Leben miteinander zu verbinden“, so Claudia Klupsch, Sprecherin des Johanniter-Krankenhauses. Flüchtlinge haben, so Ali, oft das Problem, dass von den hier praktizierenden Ärzten kaum einer die arabische Sprache beherrscht. Doch nicht jedes Mitglied der muslimischen Gemeinde konnte bei der Blutspendeaktion mitmachen.

Hier müssen rechtliche und medizinische Vorgaben eingehalten werden. „Die Menschen müssen mindestens sechs Monate in Deutschland leben“, so Munef Ali, „sie dürfen natürlich keine Infektionskrankheiten haben und dürfen nicht aus Ländern kommen, in denen Malaria weit verbreitet ist.“

Katharina Jabien übernimmt bei Slimane Soulaimani aus Marokko die Voruntersuchung.

Diese Kriterien erfüllt der Ägypter Ayman Hassanein. Der junge Mann wohnt seit rund zwei Jahren in Stendal. „Mein Vater hat immer Blut gespendet und für mich ist es wichtig, dies auch zu tun“, so Hassanein. Jedoch wird er bereits an der ersten Station von einer DRK-Mitarbeiterin abgewiesen. Der Grund: Er ist erst 17 Jahre alt und damit ein Jahr zu jung für die Blutspende.

Mit 27 Jahren ist der Syrer Mustafa Shawakh dagegen alt genug. Er lebt seit einem guten halben Jahr in Stendal. Shawakh spricht schon Deutsch, aber bei den Anweisungen der Arzthelfer und DRK-Mitarbeiter muss Soulaimani hier und da als Übersetzer einspringen. Die meisten Teilnehmer aus der muslimischen Gemeinde stammen aus Syrien, Ägypten und Marokko.

Von Mike Höpfner

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