Kommunale Wohnungswirtschaftsverbände ziehen Jahresbilanz

Süd: Appell für den Abriss

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Ronald Meißner (li.) vom Verband der Wohnungsgenossenschaften und Jost Riecke vom Verband der Wohnungswirtschaft fordern weitere Abrissförderung.

Stendal/Magdeburg. „Das Beste wäre es, die Stadt würde die Blöcke aufkaufen und das Problem endlich lösen“, sagt Ronald Meißner, Präsident des Verbandes der Wohnungsgenossenschaften Sachsen-Anhalt.

„Wir brauchen Stendal-Süd nicht“, ist er sich auf der gestrigen gemeinsamen Bilanzpressekonferenz mit seinem Kollegen Jost Riecke vom Verband der Wohnungsgesellschaften einig. Zum Abriss sehen beide keine Alternative.

Die Vorgänge in Stendal seien in dieser Dimension landesweit einmalig. Es gebe zwar auch andernorts Vermieter, die ihren Verpflichtungen nicht immer korrekt nachkommen. Jedoch seien diese Fälle nicht so gravierend. Für Meißner ist die katastrophale Entwicklung Ergebnis einer gescheiterten Privatisierungsstrategie. Die Blöcke seien immer weiter verkauft worden, bis schließlich niemand mehr Einfluss auf den Erwerber hatte. Die Lehre daraus müsse sein: „Kommunen sollten sich bei weiteren Privatisierungen genau anschauen, wer die potenziellen Käufer sind.“

Um weitere Privatisierungen und Rückbau führe auch künftig kein Weg vorbei. Von Wohnungsmangel könne in Sachsen-Anhalt keine Rede sein, so die Verbandschefs. Der durchschnittliche Mietpreis sei mit 4,65 Euro je Quadratmeter äußerst günstig. Rund 40 000 Wohnungen stehen derzeit landesweit leer, 84 000 sind seit dem Jahr 2000 bereits vom Markt verschwunden. [...]

Von Christian Wohlt

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