Nach der Notsicherung vor genau einem Jahr setzt Buch auf Leader 2017

Roland im Winterschlaf: „Suchen händeringend nach Geld“

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Der Bucher Roland ist in die Jahre gekommen. Um 1580 aufgestellt, mehrmals beschädigt, ausgebessert und umgesetzt, braucht der Recke nun wieder dringend Hilfe.

Buch. Die Bucher kämpfen weiter um ihren Roland, und mit ihnen die Denkmalschützer in Tangermünde. „Wir suchen händeringend nach Geld für eine grundhafte Sanierung“, sagt Ariane Günzel, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, gegenüber der AZ.

Bei einer Notsicherung sind die größten Risse am Bucher Roland verschlossen worden.

Nach der Notsanierung im September 2015 für circa 6500 Euro und einem recht erfolgreichen Spendenaufruf rechnet die Fachfrau mit weiteren Kosten in Höhe von mindestens 71 000 Euro. Nach einigen Enttäuschungen setzen alle Beteiligten nun vor allem auf das Leader-Förderprogramm der EU. Gespräche mit dem Aktionsgruppen-Management hat es bereits gegeben. „Mein Kollege vollendet gerade den für Leader nötigen Antrag. “ 2017 könnten die Restauratoren loslegen. Es wird allerhöchste Eisenbahn. Die 1580 aufgestellte Figur hat nicht mehr nur Altersflecken.

Der Magdeburger Roland ist ein echter Jüngling im Gegensatz zum Bucher Roland. Die Figur ist 2005 aufgestellt worden.

Die Fachwelt kennt 55 Rolandfiguren in Deutschland, von denen 20 noch erhalten sind. Allein 13 Rolande befinden sich in Sachsen-Anhalt. Ortsbürgermeister Günter Rettig (Linke) verweist immer wieder auf den überregionalen kultur- und kunsthistorischen Stellenwert der Bucher Figur. Mit ihr verbindet sich ein jahrhundertealter Brauch, zu Pfingsten bekommt der sandsteinerne Recke durch ein Mädchen des Ortes eine Laubkrone aufs Haupt gesetzt, ein Volksfest mit Gästen auch aus anderen Orten. Touristisch wachse der Wert ebenfalls, eine Chance, Stichwort: Roland-Radwandertour. „Wir sind einfach in der Pflicht, uns zu kümmern und in unseren Anstrengungen nicht nachzulassen.“

Stendals Roland aus dem Jahre 1525 wurde nach einem Sturmschaden 1974 durch eine originalgetreue Kopie ersetzt. Und selbst die wurde schon erneuert.

Ein Roland gilt als Sinnbild für Stadtrechte, symbolisiert Marktrecht und Gerichtsbarkeit. Und das kleine Buch hat sogar einen der echten Statuen. Um die Schäden nicht noch größer werden zu lassen, kommt der Roland jährlich von Oktober bis Ostern unter einen Holzverschlag. Kameraden der freiwilligen Feuerwehr und Mitarbeiter einer Agrargenossenschaft übernehmen diese Aufgabe. Wer das Standbild also noch einmal vor dem Verhüllen gegen Schnee und Frost sehen will, muss sich sputen. Rettig und die anderen Rolandfreunde werden die Furchen ihres Schützlings auch in der kalten Jahreszeit und trotz erster Arbeiten vor gut einem Jahr vor Augen haben. Auch vom Anfertigen einer Kopie und der Aufbewahrung des Originals in einem Museum ist bereits die Rede gewesen. 2017 könnte für den Bucher Ritter Roland ein wegweisendes Jahr werden.

Von Marco Hertzfeld

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