Die Karriere von Rektor Frank Knöppler begann vor 25 Jahren in der Altmark

Stendals „Mister Kripo“ leitet an

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Frank Knöppler im Jahr 1997 kurz nach seinem Wechsel von Stendal nach Magdeburg.

Aschersleben/Altmark. Er war der „Mister Kripo“ der Nachwendezeit. Frank Knöppler baute als Leiter des Zentralen Kriminalitätsdienstes der damaligen Polizeiinspektion Stendal des Regierungspräsidiums Magdeburg die Kriminalpolizei in der Altmark mit auf.

Sieben Jahre lang, von 1991 bis 1997, dauerte der „Ausflug“ des gebürtigen Staßfurters in den „hohen Norden“ des Landes. Daran erinnert sich der heutige Rektor der Fachhochschule der Polizei Aschersleben gern zurück.

Frank Knöppler im Jahr 1997 kurz nach seinem Wechsel von Stendal nach Magdeburg.

„Stendal war eine schöne und aufregende Zeit. Ich habe dort viele Menschen kennen und schätzen gelernt“, sagt der Diplom-Kriminalist, der von Wanzleben in die Altmark gekommen war. Bis heute hält er Kontakte. Mit einigen telefoniere er zum Geburtstag, anderen laufe er bei Weiterbildungen in Aschersleben oder anderen dienstlichen Anlässen über den Weg. Nach Aufgaben im Innenministerium und im Landeskriminalamt wechselte er 2009 als Prorektor an die Fachhochschule der Polizei, wo er bereits vorher als Gastdozent tätig war. Im Jahr 2013 wurde er offiziell zum Rektor ernannt, nachdem er das Amt rund eineinhalb Jahre kommissarisch ausgeübt hatte.

„Ich bin damals mit Wehmut aus Stendal weggegangen“, lässt Knöppler im Gespräch mit der AZ die Anfangsjahre Revue passieren. Es waren nicht nur für ihn prägende Jahre, in die dramatische Ereignisse und bedeutende Kriminalfälle fielen, die heute meist vergessen sind. Wer erinnert sich etwa noch an die Bandenkriege der Zigarettenmafia, die auch Tote forderten oder die Blitzeinbruchserie, vor der kein Elektronikgeschäft der Altmark sicher war? Auch nach dem Absturz eines Hubschraubers bei einer Flugschau in Stendal und dem schweren Zugunglück in Oebisfelde, am 27. Juni 1991, ermittelten die Kriminalisten der Polizeiinspektion.

Beim Frontalzusammenstoß zwischen dem D-Zug Dresden-Köln und einem Güterzug mit 27 Kesselwagen Superbenzin kamen drei Menschen ums Leben.

An eines der menschlich belastensten Ermittlungsverfahren wurde Knöppler im vergangenen Jahr mit dem Fall Inga erinnert. Im Jahr 1992 sorgte das Verschwinden des sechsjährigen Michael R. aus Sanne für Angst und Schrecken in der Region. Seine Leiche wurde Monate später in einem Waldstück bei Celle entdeckt, der Täter, der noch ein weiteres Kind auf dem Gewissen hatte, schließlich gefasst.

Die Erfahrungen der Anfangsjahre in der Altmark hätten seine Karriere maßgeblich beeinflusst. Dafür sei er dankbar, sagt Knöppler. „Als Rektor der Fachhochschule kann ich davon einiges zurück geben“, ist der 56-Jährige überzeugt.

Von Christian Wohlt

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