Stadtratsfraktionen aus SPD, FDP, Piraten und Ortsteilen besichtigen die Grundschule Nord

Stendaler Hort stößt an seine Grenzen

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Auf dem großen Außengelände der Grundschule Nord gibt es Möglichkeiten für eine Gebäude-Erweiterung.

mih Stendal. „Mit so einem neuen Gebäude müssten wir eigentlich glücklich und zufrieden sein, aber die Situation ist schlechter als vor dem Neubau. Die Grenze ist erreicht“, sagt Direktorin Petra Brachmann über den Zustand der Grundschule Nord.

Steigende Schülerzahlen sorgen dafür, dass die Schule langsam aus allen Nähten platzt (AZ berichtete). Die Stadtratsfraktion SPD, FDP, Piraten und Ortsteile nahm das Gebäude am Montagabend im Rahmen ihrer Fraktionssitzung in Augenschein. „Fachräume müssen zu Klassenräumen umgewandelt werden. In diesem Jahr mussten wir schon den Musikraum an den Hort abgeben“, so Brachmann. Im kommenden Jahr könnte der Ethik- und Religionsraum folgen, danach im schlimmsten Fall die Bibliothek. „Wir haben nur noch Gestalten-Räume, alles andere sind Klassenräume“, so die Schulleiterin.

Petra Brachmann (l.) und Ute Vent (3.v.r.) zeigen den Fraktionsmitgliedern den ehemaligen Musikraum der Grundschule.

Und auch Hortleiterin Ute Vent plagen ähnliche Probleme. Einst für 150 Kinder konzipiert, spielen dort nach Schulschluss 221 Knirpse. „Und wir rechnen im Sommer mit rund 250 Kindern“, so Vent. Zehn Horterzieher kümmern sich um die Jüngsten. Dort komme es immer wieder zu Rangeleien. „Wir hoffen immer auf schönes Wetter, sodass die Kleinen draußen spielen können. Aber an Regentagen stoßen wir in den unteren Etagen an unsere Grenzen“, klagt Vent. Vent und Brachmann wünschen sich einen Anbau, stehen aber auch einer mittelfristigen Containerlösung offen gegenüber.

Fraktionsmitglied Anette Lenkeit zeigte sich von den Verhältnissen schockiert: „Da stehen einem ja die Haare zu Berge. Die Grundschulkinder haben ein Recht auf die beste Unterrichtsqualität.“ Zu den Platzverhältnissen kommt noch eine andere Problematik. „An einigen Stellen wie im Gebäudeverbinder hatten wir schon nasse Stellen an der Decke. Uns wurde vorgeworfen, dass wir nicht richtig lüften“, berichtete Vent.

„Sie haben unsere Köpfe zum Rauchen gebracht“, so Fraktionschef Reiner Instenberg, „wir haben ganz viele Ideen, müssen die Informationen aber erstmal sacken lassen.“ Zusammen mit der Stadt will die Fraktion nach Lösungen für das Problem suchen.

Von Mike Höpfner

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