AZ-Blitzumfrage / Rolandstädter lassen sich von den Wahlpannen offenbar nicht abschrecken

Stendal wählt – „jetzt erst recht“

Stendal. Die meisten Stendaler halten die Wahlpannen einer AZ-Blitzumfrage zufolge nicht davon ab, im Juni zur Wiederholungswahl des Stadtrates zu gehen. Vielmehr wollen sie ihr demokratisches Wahlrecht erneut wahrnehmen – jetzt erst recht.

Jürgen M. (65) aus Stendal etwa sagt: „Wählen muss man immer gehen. Wenn man nicht wählen geht, stärkt man die, die nicht regieren sollen.“ Für Beate S. (48) ist es „einfach skandalös, wie mit der demokratischen Wahl in Stendal umgegangen wurde“. Wie berichtet, waren im Rathaus zu viele Vollmachten für Briefwahlunterlagen herausgegeben worden. Außerdem fand man Wahlunterlagen lange nach der Wahl in einem Karton in irgendeiner Rathaus-Ecke. Beate S. geht „auf jeden Fall“ wählen.

Die meisten Befragten wollen ihr Wahlrecht wahrnehmen. Lutz J. (59) allerdings nicht, weil es nach den Wahlpannen keine personellen Konsequenzen im Rathaus gab. Das haben zwischenzeitlich auch einige Parteien moniert. Sie fordern den Rücktritt von Wahlleiter Axel Kleefeldt, trauen ihm die Leitung einer Wahl nicht mehr zu. Für die Stadt sei die ganze Geschichte „eine Blamage“. Karsten M. (48) hält es für eine „Schweinerei, was da passiert ist“. Dennoch geht er wählen – „jetzt erst recht“.

Für viele, so auch für Marvin E. (20) aus Möringen, ist es „ein Unding“, dass solche Pannen überhaupt passieren können. „Ich werde trotzdem wählen gehen“, sagt der 20-Jährige. Das will auch Marita L. (63) tun: „Ich finde es gut, dass ich wählen kann und dass mir da keiner reinredet.“

Alle Befragten würden es begrüßen, wenn diese Wahl ohne Pannen verläuft und die Vorgänge der Wahl vom Mai 2014 und von der Briefwahlwiederholung im November restlos aufgeklärt werden.

Von Niels Troelenberg

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