Hansestadt ist Teil der weltweiten Anti-Gewalt-Aktion „One Billion Rising“

Stendal erhebt sich für Frauen

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200 Tänzer tanzten am Sonnabend in der Vormittagssonne auf dem Stendaler Marktplatz. Wie in 178 weiteren Ländern der Welt wurde damit ein Zeichen gesetzt gegen Gewalt und für Gleichstellung.

Stendal. Es ist zwanzig vor Elf am kühlen, aber sonnigen Samstagvormittag auf dem Stendaler Marktplatz, wo sich neben einer Hochzeitsgesellschaft eine überschaubare Menschenmenge versammelt hat.

Hier soll um Punkt 11 Uhr ein Tanz gegen Gewalt stattfinden, der von der Projektgruppe „Gemeinsam gegen Gewalt“, dem Kreissportbund Stendal mit dem Projekt MUT und dem Bündnis für Familie in Stendal organisiert wurde.

„One Billion Rising“ (Eine Milliarde erhebt sich) ist eine internationale Kampagne der Organisation V-Day, die für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und für die Gleichstellung steht. Rowena Wendt, die an diesem Tag mit ihrem Verein TV Popcorn tanzen wird, wäre mit 50 Teilnehmern zufrieden, mit 100 aber überglücklich. Wendt tanzt, um ein Zeichen zu setzen – auch als Kleinstadt –, und hält Veranstaltungen wie diese für notwendig, um auf dieses Problem aufmerksam zu machen.

Dann ruft Elfi Baumann, die die Choreographie übernommen und individuell für die Stendaler abgestimmt hat – zum Tanzen auf. Aus der überschaubaren Menschenmenge hat sich längst eine Einheit aus mindestens 200 Menschen, vorwiegend Frauen – vereinzelt aber doch auch Männern, geformt, die von Elfie Baumann und Jan Wienke angeleitet werden.

Getanzt wird zur deutschen Version des Tena Clark-Songs „Break the chain“ – Sprengt die Ketten, der die Hymne der Kampagne darstellt. Jung und Alt, Groß und Klein tanzen voller Begeisterung mit, werfen die Hände in die Luft und setzen ein Zeichen – ganze dreimal. Die Tanzenden vereint die erhebende Vorstellung, dass sie neben tausenden Aktivisten, Aktivistinnen, und mehr als 13 000 Organisationen aus 178 Ländern an dieser Veranstaltung teilnehmen.

Eine Teilnehmerin ist sich sicher, dass man mit dieser Kampagne eine breite Masse ansprechen kann und erkennt, dass man „mit seiner Meinung nicht allein ist“.

Die Verantwortlichen, unter anderem Björn Landsmann und Birgit Hartmann, haben ihr Ziel nicht nur erreicht, sondern übertroffen und sind zufrieden. Hartmann ist sich sicher, dass sich die Arbeit im Vorfeld gelohnt habe und dankt allen Beteiligten. Landsmann ist sich sicher: „Hier wurde großartige Netzwerkarbeit zu einem wichtigen Thema geleistet“.

Von Max Sperling

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