Stendal: Stadt will Filetstück an der Brüderstraße kräftig umkrempeln

Staubloch-Zone passé: Stadt plant ein Parkhaus

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Ein Blick von der Hallstraße aus auf den Parkplatz: Wann die Baufahrzeuge für das geplante Parkhaus anrücken, ist noch offen. Eine Augenweide ist das Areal nicht. Irgendwie scheint alles regelrecht auf eine größere Veränderung zu warten. Stadtmitarbeiter haben extra Parkausweise.

Stendal. Der beliebte Parkplatz zwischen Brüderstraße und Deichstraße steht perspektivisch vor einem Umbruch. „An dieser Stelle ist bauplanerisch ein Parkhaus beziehungsweise ein Parkdeck vorgesehen“, weiß Stadtsprecher Klaus Ortmann.

Großartig weit seien die Planspiele noch nicht, und somit lasse sich auch über die Baukosten noch nichts sagen. Allerdings will die Kommune bereits mögliche Sanierungsarbeiten daran ausrichten, ob und, wenn ja, wann genau eine Bebauung erfolgen könnte. Im Klartext: Die Stadt macht nur noch das Nötigste, und glaubt an ein Parkhaus. Vor mehr als zehn Jahren hatte es schon einmal derartige Überlegungen für dieses Gebiet gegeben.

Seine Attraktivität zieht dieser Platz aus der guten Lage. Die Nutzung ist mit 30 Cent pro Stunde gegenüber einem Euro für die Stunde im übrigen Zentrum deutlich günstiger. „Dieser Preis resultiert aus dem Zustand des Platzes.“ Es gibt größere und kleinere Schlaglöcher und Risse, ein Teil ist nicht sonderlich stark befestigt, bei Trockenheit steigen Staubwolken auf. Und dennoch ist das Gelände sehr gut ausgelastet, wie allein schon die Erträge aus den Parkscheinautomaten belegen, erklärt Ortmann, ohne ad hoc konkrete Zahlen nennen zu können.

Werkstattgeschichte,

maroder Putz und Efeu

Früher war das Gelände mit Großgaragen und Werkstätten bebaut. Nach 1990 stand dort eines der ersten Autohäuser Stendals. Nach dessen Umzug an die Heerener Straße erwarb die Stadt das Areal. Der Rathaussprecher: „Der Parkplatz wird wegen seiner Kapazität und Lage im Parkleitsystem der Hansestadt Stendal als Parkplatz geführt, ist jedoch Privatgelände im Eigentum der Hansestadt Stendal.“ Ist ein Parkhaus errichtet, wird das Areal dem öffentlichen Verkehr gewidmet, wie es im Behördendeutsch heißt.

Mag er bei Autofahrern beliebt sein, ein Parkplatz im Herzen der Stadt könnte auch anders aussehen. Eine Seite ist durchgängig von Hausfassaden und Mauern begrenzt. An etlichen Stellen fehlt der Putz, das Mauerwerk ist schadhaft, Efeu wächst mitunter üppig. „Seitens der Stadt wird das Areal im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht im jetzigen Zustand gehalten, bis die Bebauung ansteht. Die umliegenden Gebäude sind in Privatbesitz und somit liegt die Gestaltung in der Hand des jeweiligen Eigentümers. Sicherlich ist man hier auch in Erwartung einer Bebauung des städtischen Areals“, vermutet Ortmann.

Immer wieder Zoff:

Verwaltung parkt

Ein Bereich des Parkplatzes an der Brüderstraße ist Mitarbeitern der Stadt vorbehalten und entsprechend ausgeschildert. Immer wieder sollen die Privatfahrzeuge der Verwaltungsleute aber auch außerhalb dieser Zone stehen, woran sich einige Bürger stören. „Wegen der fehlenden Eigenschaft einer öffentlichen Straßenfläche, im Sinne des Straßengesetzes des Landes Sachsen Anhalt, ist es möglich, dort Parkflächen personengebunden zu vermieten“, betont Ortmann auf Nachfrage der AZ. Dies geschehe zu einem Großteil und nicht limitiert für Mitarbeiter der Stadtverwaltung und an Interessenten umliegender Geschäfte, gerade an die in Marktnähe. „Den Inhabern von Mietverträgen steht der gesamte Platz zur Verfügung. Parallel zur Vermietung ist der Platz für alle Verkehrsteilnehmer offen. Von diesem Angebot wird rege Gebrauch gemacht.“

Die Attraktivität eines Stadtzentrums wie das Stendals werde in erheblichem Maße auch durch das Parkplatzangebot bestimmt, ist der Rathaussprecher fest überzeugt. „Hier hat die Stendaler City in den letzten Jahren gut aufgeholt. Der Parkplatz Südwall ist inzwischen sehr beliebt und eine gute Alternative für die entfallenen Plätze auf dem Sperlingsberg. Auf dem Parkplatz Wüste Worth sind über den gesamten Tag freie Plätze vorhanden. Noch in diesem Jahr wird der Bau des Parkplatzes in der Mühlenstraße beginnen und das Platzangebot ergänzen“, kündigt der Stadtsprecher im Gespräch mit der AZ an. Die Plätze auf dem Schützenplatz, am Bruchweg, in der Fabrikstraße und am Uchtewall sollen den Ring eines Stellplatzangebotes rund um die City schließen. „Man muss nur wenige Meter zu Fuß akzeptieren und schon ist man mittendrin, in unserer schönen Altstadt.“

Von Marco Hertzfeld

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