„Osteo-Bridge-Docking“ als neue Methode in Stendal

Stahl und Titan statt poröser Knochen

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Dr. Roland Jahn schaut sich am Computer das Ergebnis eines Eingriffs mit der „Osteo-Bridge-Docking“-Methode an.

Stendal. Wer sich das Knie oder die Hüfte bricht, und das im Bereich eines künstlichen Gelenkes, kann auf ein neues System setzen: Im Stendaler Johanniter-Krankenhaus wird das „Osteo-Bridge-Docking“ als Alternative zur herkömmlichen Methode angewendet.

„Damit erzielen wir große Erfolge“, sagt Dr. Roland Jahn, Chefarzt der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie. Frakturen im Bereich eines künstlichen Gelenkes heißen periprothetischen Frakturen. Es handelt sich dabei um Brüche von Knochen, in denen Knie- und Hüftprothesen verankert sind.

Bereits jetzt brauchen mehr als zehn Prozent der Bevölkerung künstliche Gelenke. Im Jahre 2030, so schätzen Experten, werden es 20 Prozent sein. Allein im Johanniter-Krankenhaus werden bisher bis zu 500 künstliche Gelenke jährlich eingesetzt. Die Bevölkerung wird älter. Gleichzeitig wächst der Anspruch an eine aktive Lebensqualität. Mit zunehmendem Alter sind die Knochen aber weniger belastbar. So setzt ihnen etwa Osteoporose zu. Schon ein einfacher Sturz kann schlimme Folgen haben und zu komplizierten Brüchen führen. Weitere Risikofaktoren sind fehlende Muskelkraft und Gangunsicherheit im hohen Alter sowie eine schlechtere Knochenbruchheilung.

„Periprothetische Frakturen sind kompliziert“, weiß Dr. Jahn. Bisher sei eine bis zu vier Stunden lange, aufwändige Operation notwendig gewesen, in der die Prothese meist ausgetauscht und der Knochen mit Schrauben und Platten versehen werden musste. Dies sei insofern kompliziert, alsdass im ohnehin geschwächten Knochengewebe entsprechender Halt erzielt werden müsse. „Nach der herkömmlichen OP dauert die Heilung zwölf bis 14 Wochen. Das Bein darf in dieser Zeit nicht belastet werden“, erklärt der Chirurg.

Die neue Methode, das „ Osteo-Bridge-Docking“, erspart dem Patienten die bisherige Tortur. Denn der poröse, gebrochene Knochen wird her-ausgesägt und durch eine stabile Konstruktion aus Stahlbacken und Titan ersetzt. Die ausgelockerte Prothese wird dadurch auch gleich wieder in eine stabile Lage gebracht.

„Die Operation dauert nur zwei Stunden, eine Belastung mit Mobilisation des Patienten ist sofort möglich. Die Patienten, die wir bisher mit diesem System versorgt haben, sind sehr zufrieden“, freut sich Dr. Roland Jahn.

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