Stadtsee bleibt S-Bahn-Haltepunkt

Stendal: Fehler im Fahrplan auf AZ-Anfrage geändert

+
Laut aktueller Fahrplanangaben der Deutschen Bahn sollen Regionalzüge aus Richtung Wittenberge ab Dezember nicht mehr in Stadtsee anhalten. Die Bahn räumte einen Fehler bei der Dateneingabe ein, Züge halten dort weiterhin in beiden Richtungen.

Stendal. Mit einer falschen Fahrplanauskunft hat die Bahn am Haltepunkt Stendal-Stadtsee für Aufruhr gesorgt. Der Bahnhof wird täglich von Pendlern aus dem Umland frequentiert. Ab Mitte Dezember jedoch hält die S-Bahn aus Richtung Wittenberge nicht mehr dort.

Das sagt zumindest die Fahrplanauskunft im Internet. Für Pendler wie Roland Koch aus Seehausen würde das bedeuten, dass sie bis zum Stendaler Hauptbahnhof fahren müssen. Von dort müssten sie in einen Zug in die Gegenrichtung steigen, um nach Stadtsee zu kommen. Aus ursprünglichen 23 Minuten Fahrtzeit würden im Falle Kochs so inklusive der Umstiegszeit 43 Minuten werden.

„Da ist ein Fehler bei der Dateneingabe passiert“, berichtete Erika Poschke-Frost, Sprecherin der Deutschen Bahn in Sachsen-Anhalt, auf Anfrage der AZ. „Das ist mitnichten so. Der Zug hält in beide Richtungen weiterhin in Stendal-Stadtsee.“ Der ursprüngliche Grund für den Wegfall des Haltepunktes war die Fahrplanumstellung, die ab Dienstag, 15. Dezember, in Kraft treten soll. Auf der Strecke von Wittenberge nach Stendal sowie in die Gegenrichtung verkehrt dann keine Regionalbahn mehr, sondern eine S-Bahn.

Im Internet steht gegenwärtig noch die Fahrplan-Information, dass die S-Bahn der Linie Eins zusätzlich in Geestgottberg hält, nicht aber in Stadtsee. „Jetzt, wo uns der Fehler bekannt ist, werden wir die Angaben auf Fahrplänen in den nächsten Tagen korrigieren“, versichert Poschke-Frost. Roland Koch und alle anderen betroffenen Pendler können somit aufatmen. „Solche Fahrplanänderungen erfährt der jahrelange Pendler und Bahnkunde nur durch den Buschfunk, durch Zufall oder durch den neuen Fahrplanaushang, wenn es soweit ist“, schreibt Koch in einer E-Mail an die AZ. Der Seehäuser hatte sich bereits gefragt, welche Umstände zur Einstellung des Haltepunktes geführt haben könnten. „Die Erneuerung der Pflasterung des entsprechenden Bahnsteiges bedarf keiner vollständigen Einstellung des Betriebes. Auf der anderen Seite ging das auch“, so Koch.

Dass auf der Strecke zwischen Wittenberge und Stendal ab Dezember eine S-Bahn verkehrt, sei jedoch korrekt. Der Zug endet nicht in Stendal, sondern hält im weiteren Verlauf in Tangerhütte, Magdeburg und schließlich in Schönebeck.

Von Mike Höpfner

Kommentare