Anwohnerin macht alternative Vorschläge

Stadt plant keinen Überweg am Ramelow: „Tempolimit auf die Straße pinseln“

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Bei erhöhtem Verkehrsaufkommen kann vor dem Ramelow-Kaufhaus schnell Verwirrung zwischen Fußgängern, Rad- und Autofahrern entstehen. Ein Fußgänger-Überweg ist nicht geplant. Schilder (kleines Bild) weisen auf die Höchstgeschwindigkeit hin.

Stendal. „Das ist echt schade. Es geht ja auch um die Lebensqualität der Bürger“, sagt Bürgerin Hertha Schnurrer zu dem fehlenden Fußgänger-Überweg zwischen Bruchstraße und Winckelmann-Platz vor dem Ramelow-Kaufhaus.

Aus drei verschiedenen Richtungen kreuzen an dieser Stelle Fußgänger, Rad- und Autofahrer. Daher sind immer noch einige Passanten verunsichert, wenn sie dort die Straße überqueren wollen (die AZ berichtete). Doch seitens der Stadtverwaltung wird sich an dem jetzigen Zustand auch künftig nichts ändern.

„Einen Überweg würde uns die Verkehrsbehörde nicht genehmigen. Wir haben schon vor einiger Zeit diese Gespräche geführt“, sagt Stadtsprecher Klaus Ortmann. Denn der Bereich vor dem Ramelow-Kaufhaus ist eine verkehrsberuhigte Geschäftszone, dort gilt Tempo 20. Und wo Fahrzeuge nur 20 Stundenkilometer schnell fahren dürfen, gibt es keine Notwendigkeit für einen Überweg, so die Meinung des Bauamtes. Der Stadtsprecher verweist in diesem Zusammenhang auf die Petrikirchstraße. „Dort vor der Grundschule haben wir auch ein Tempolimit von 20 Stundenkilometern und dort gibt es einen Überweg. Am Ramelow wäre es vom Gesetz her zulässig, ist aber nicht vorgesehen.“

„Ich glaube, viele Menschen wissen gar nicht, dass dort nur mit Tempo 20 gefahren werden darf“, nimmt Hertha Schnurrer einen Teil der motorrad- und autofahrenden Bevölkerung in Schutz, „das muss ja nicht immer eine böse Absicht sein.“ Die Stadt solle entsprechende Schilder aufstellen, um Verkehrsteilnehmer darauf hinzuweisen. „Oder die Verwaltung könnte das Tempolimit auf die Straße pinseln“, schlägt Schnurrer im AZ-Gespräch vor.

„Wir haben dort bereits Schilder aufgestellt“, weiß der Stadtsprecher. So weise beispielsweise ein Schild an der Bruchstraße auf Höhe des Hauses der Vereine auf die verkehrsberuhigte Zone hin. „Dort, wo sich Bruchstraße und Breite Straße kreuzen, gilt zudem rechts vor links. Alleine schon deshalb müssen viele Autofahrer vom Tempo runter“, so Ortmann. Für Hertha Schnurrer geht es in erster Linie um die Sicherheit der Fußgänger. Sie zeigt auch Verständnis für die geltende Regelung. „Ich verstehe ja das Gesetz. Man kann auch nicht den ganzen Tag Polizisten dort aufstellen“, so die Anwohnerin.

Stendals Rathaus-Sprecher Klaus Ortmann kennt aber noch einen anderen Grund, warum sich Verkehrsteilnehmer in der Nähe des Kaufhauses eigentlich in Sicherheit wiegen könnten. „Es gibt dort mehrere Messpunkte für Geschwindigkeitskontrollen in der Breiten Straße.“ Und er fügt hinzu: „Dieses Areal ist die am häufigsten kontrollierte Stelle in Stendal.“

Von Mike Höpfner

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