Stendal: Angeklagter ist vorbestraft

Prozess: Mutter schildert, wie sie von dem Missbrauch erfuhr

+

xp Stendal. Der Angeklagte, der sich derzeit wegen mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs einer elfjährigen Schülerin vor dem Stendaler Landgericht verantworten muss, ist einschlägig vorbestraft.

Zwei Taten aus dem Vorstrafenregister des Mannes, der jetzt vor dem Landgericht steht, kurzgefasst: Er habe eine weibliche Person nach der Uhrzeit gefragt, sie verfolgt, die Füße weggeschlagen, als sie schrie, die Finger tief in den Mund gesteckt, bis sie kaum noch Luft bekam. Der Rock des Opfers war hochgeschoben. Mit einem Tritt zwischen die Beine konnte sich das Opfer retten. Er habe zu diesem Zeitpunkt erkannt, was er da tat. Und von ihr abgelassen.

Anderer Ort, gleicher Mann. Er habe zwei Mädchen festhalten wollen. Eines konnte fliehen. Das andere zerrte er auf einen Wäscheplatz, drückte dem jungen Mädchen eine Mütze in den Mund, nutzte ein Seil, um die Mütze zu fixieren. Richterin Elisabeth Nortmann schilderte weiter, dass er sie intim berührte.

Für diese beiden Taten war der Mann bereits gerichtlich außerhalb der Altmark verurteilt worden – in den Jahren 1987 und 1984. Sie gehören allerdings zur Geschichte des Mannes, Anfang 50, der nun beschuldigt wird, in Stendal im November 2015 ein damals elfjähriges Mädchen schwer sexuell missbraucht zu haben.

Die Mutter der jungen Schülerin wurde gestern in den Zeugenstand gerufen. Und musste noch einmal rekapitulieren, was sie eigentlich habe vergessen wollen. Die 32-jährige Hausfrau, Mutter von vier Kindern, schilderte, dass es zunächst einen Anruf der Schule gegeben habe. „Die Schulleiterin sagte mir, dass meine Tochter im Alfo angesprochen wurde“. Die Mutter der Geschädigten zeigte die „Belästigung“ im Altmark-Forum bei der Polizei an. Eine weitere Anzeige sollte folgen.

„Die Sache mit dem Stift“ – auch diese Details würde die Frau gerne vergessen. Denn sie bezeichnet das Ende der Chronologie des Tatgeschehens, welches sich mit dem Angeklagten auf der Behindertentoilette des Einkaufzentrums ereignet haben soll. Die Tochter habe es ihrer Mutter wie folgt erzählt: Der Mann habe sie auf die Toilette begleitet, ihr fünf Euro geboten, dafür, dass er Nacktaufnahmen von ihr macht. Er habe auch verlangt, dass sie sein Genital anfasst und Oralverkehr vollzieht. Was das Mädchen als „summenden Stift“ bezeichnete, soll ein Liebesspielzeug gewesen sein. Der Mann habe sie damit penetriert.

Dieser habe bei einer Vernehmung der Polizei zunächst gesagt, dass er das Mädchen nicht kenne. Nach dem Zeigen eines Überwachunsgvideos habe er gesagt, dass er sie nur begleitet habe – zwölf Minuten lang. Der Prozess wird fortgesetzt.

Kommentare