Neuer Minister will neue Lehrkräfte locken / Thema Schulverbünde noch nicht angepackt

Zum Schulstart ein „Befriedigend”

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Landesbildungsminister Marco Tullner.

ct Magdeburg/Altmark. In Sachsen-Anhalts Schulwesen liegt einiges im Argen. Bildungsminister Marco Tullner (CDU) stellte der Unterrichtsversorgung bei der gestrigen Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn nur die Note “befriedigend” aus.

Unterrichtsausfall, Lehrermangel, unzureichende Ausstattung wirken sich negativ auf das Lernumfeld aus.

„Überraschenderweise gibt es keine besonderen Probleme in strukurschwachen Regionen wie der Altmark”, sagte der Minister. Die Situation sei landesweit und bei allen Schulformen ähnlich. Ziel der Landesregierung sei es, in diesem Jahr 270 Lehrkräfte zusätzlich zu gewinnen, 202 nehmen bereits zum Schuljahresbeginn ihre Arbeit auf. Damit wurden 2016 bisher 575 Lehrkräfte eingestellt. In der Altmark werden 32 neue Lehrkräfte eingesetzt (15 Altmarkkreis Salzwedel, 17 Landkreis Stendal). Tullner betonte, dass er erst 100 Tage im Amt sei und kündigte an, die Situation verbessern zu wollen.

Weitere Schulschließungen stünden derzeit nicht auf der Tagesordnung. Die könnte es nur im Einzelfall auf Initiative der jeweiligen Träger geben. Für die Einführung der geplanten Schulverbünde gebe es noch keinen Plan. In dieses Projekt, das im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist, setzen besonders kleine Schulen im ländlichen Raum große Hoffnungen. Durch die Zusammenlegung mehrer Standorte unter einem Dach sollen langfristig die Mindestschülerzahlen erreicht werden – auch, um Fördermittel für die Sanierung zu erhalten.

In der Altmark lernen rund 18 360 Kinder an öffentlichen, allgemeinen Schulen (7920 SAW / 10 440 SDL). Landesweit sind es insgesamt 192  885 Schülerinnen und Schüler. Damit steigt deren Zahl um 4 640 gegenüber dem Schuljahr 2015/2016. Auch die Zahl der Erstklässler, die am Sonnabend eingeschult werden, nimmt im Vergleich zum Vorjahr leicht zu. Für 17 310 ABC-Schützen beginnt am 13. August in Sachsen-Anhalt der „Ernst des Lebens”, davon 716 im Altmarkkreis und 942 im Landkreis Stendal.

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